Mi, 17. Oktober 2018

Tiroler Oberland

08.08.2018 13:10

Jeden Tag zittern vor neuen Unwettern und Muren

Der Hochsommer inklusive Gewittergefahr bleibt Tirol noch ein bisschen erhalten. Und damit ist auch die Angst vor Unwettern ständig präsent. Montag Abend hat es vor allem das Ötztal und das Pitztal getroffen. Auch in Pettneu schlug nach den Murenabgängen vergangene Woche das neue Frühwarnsystem an.

350.000 Kubikmeter Material haben die Muren in Pettneu und Schnann vergangene Woche in Bewegung gesetzt. Der Schaden ist riesig (12 Millionen €), die Murendämme sind voll. Jeden Tag zittern die Bewohner jetzt vor neuen Unwettern. Wie berichtet, werden sie nun über WhatsApp laufend über Gefahren informiert. „Am Montag haben wir von der ZAMG eine Gewittermeldung erhalten. Die Feuerwehren waren in Alarmbereitschaft. Die Bewohner der rund ein Dutzend Häuser im Gefahrenbereich wurden informiert“, beschreibt BM Manfred Matt, wie das Frühwarnsystem funktioniert. Am Montag konnten die Betroffenen aufatmen. Matt: „Zum Glück blieben wir diesmal verschont.“

Von Mure eingeschlossen
Nicht verschont blieb das Windachtal bei Sölden. Sieben Personen wurden dort von einer Mure eingeschlossen und mussten mit dem Polizeihubschrauber ausgeflogen werden. Bergretter brachten zwei weitere Personen ins Tal. Die Ötztalstraße musste zwischen Aschbach und Sölden wegen Überschwemmung eine Stunde gesperrt werden. In Innerschmirn (Innsbruck-Land) verlegte eine Mure auf einer Länge von fünf Metern die Schmirntalstraße. In Wenns im Pitztal traten Bäche über die Ufer. Die Feuerwehr konnte mit Sandsäcken und Baggern größere Schäden verhindern.

„Starkregen als Gefahr“
In erhöhter Alarmbereitschaft ist derzeit die Wildbach- und Lawinenverbauung. Sektionsleiter Gebhard Walter: „Bei Starkregen können auch kleine Bäche gefährlich anschwellen. Besonders gefährdet sind Täler mit steilen Hängen. Wir sind laufend in Kontakt mit Bürgermeistern und Feuerwehren.“

Claudia Thurner
Claudia Thurner

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