So, 19. August 2018

225.000 US-Dollar weg

01.08.2018 14:51

Hack im Häfn: Insassen füllten sich ihre Taschen

In den USA ist ein IT-System namens JPay, das für Kommunikations-, Kauf- und Bezahlvorgänge in Gefängnissen erdacht worden ist, gehackt worden. Hunderte Häfnbrüder zweckentfremdeten das System, um ihre Konten mit Tausenden US-Dollar zu füllen. Über sie wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt.

„Dieser Missbrauch war absichtlich, nicht zufällig“, sagt ein Sprecher des Idaho Department of Correction, dessen Gefängnisse von dem Hack der IT-Lösung betroffen waren. 364 Häfnbrüder sollen hier „absichtlich eine Schwachstelle ausgenutzt“ haben, um sich insgesamt 225.000 US-Dollar auf ihre digitalen Gefängniskonten zu überweisen.

Ein Häftling zweigte 9990 Dollar für sich ab
Die meisten Häftlinge überwiesen Beträge im Bereich der 1000 US-Dollar auf ihr JPay-Konto, ein einzelner zweigte sogar 9990 US-Dollar ab. Durch die hohe Zahl der beteiligten Häftlinge kam in Summe der durchaus stattliche Betrag zusammen, der - darauf legen die Gefängnisbetreiber Wert - aber nicht auf Kosten der Steuerzahler gehe. „Dieser unangemessene Missbrauch umfasste keine Steuerzahler-Dollar“, sagt ein Sprecher der Betreiber im Gespräch mit der britischen TV-Anstalt BBC.

Wie genau der Hack des Bezahlsystems vonstattenging, ist nicht bekannt. Allzu komplex dürfte die Angelegenheit allerdings nicht gewesen sein, immerhin fand sie nicht nur in einem, sondern in fünf staatlichen und einem privaten Gefängnis Anwendung. Jenen Häftlingen, die sich unerlaubterweise bereichert hatten, will man solche Aktionen mit Disziplinarmaßnahmen austreiben.

Lücke im Bezahlsystem mittlerweile geschlossen
Die Betreiber des JPay-Systems, das in Gefängnissen einerseits für die Korrespondenz mit Angehörigen verwendet, andererseits allerdings auch zum Vertrieb von Musik und Büchern genutzt wird, haben die genutzte Sicherheitslücke mittlerweile geschlossen.

„Während die überwiegende Mehrzahl der Individuen unsere Technologie korrekt nutzt, arbeiten wir immer daran, jede Art von Missbrauch zu verhindern“, sagt ein JPay-Sprecher. Das unrechtmäßig an die Häftlinge verteilte Geld hole man sich zurück. 65.000 US-Dollar seien bereits von den Konten jener Häftlinge abgezogen worden, die sich das Geld zuvor unerlaubterweise beschafft hatten.

 krone.at
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