Do, 13. Dezember 2018

Nach Attacken in Wien

20.07.2018 07:50

Kurz: „Kämpfen gegen jede Form von Antisemitismus“

„Wir kämpfen entschieden gegen jede Form von Antisemitismus.“ - Nach dem Angriff eines 24-Jährigen auf eine Frau sowie einen Kippa-tragenden jungen Mann am Donnerstag in Wien (siehe Video oben) fand Bundeskanzler Sebastian Kurz klare Worte. Ein antisemitischer Hintergrund des Angriffs wird derzeit geprüft. Der polizeibekannte Burkay S. war nach den Attacken am Schwedenplatz überwältigt und festgenommen worden.

Der Polizei dankte der Bundeskanzler via Twitter für das rasche Eingreifen. „Vielen Dank an die Polizei, die heute bei dem Vorfall in Wien in der Taborstraße schnell gehandelt und den Täter verhaftet hat, der auch einen Mann mit Kippa angegriffen hat“, schrieb Kurz.

Zudem richtete er an die jüdische Community eine unmissverständliche Botschaft: „Wir tun als Bundesregierung jedenfalls alles dafür, damit jüdisches Leben in Österreich in Sicherheit möglich ist, und kämpfen entschieden gegen jede Form von Antisemitismus.“

Erst Frau, dann jungen Mann attackiert
Die schockierenden Vorfälle hatten sich am späten Vormittag im Bezirk Leopoldstadt abgespielt. Der 24 Jahre alte Verdächtige hatte zunächst eine 37-jährige Frau in der Lassallestraße angegriffen und attackiert und ging danach einfach weiter. In der Taborstraße fand der mutmaßliche Täter wenig später sein nächstes Opfer und ging auf einen 22-Jährigen, der eine Kippa trug, los.

Die Handschellen klickten für den Verdächtigen schließlich am Schwedenplatz: Der gebürtige Niederösterreicher mit türkischem Migrationshintergrund blieb auch beim Eintreffen der Polizisten aggressiv und wehrte sich. Er konnte überwältigt werden und wurde nach dem Verwaltungsstrafgesetz wegen aggressiven Verhaltens festgenommen. Die Ermittlungen sind im Gange, auch seitens des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

„Wir bekennen uns zu jüdisch-christlichen Wurzeln“
Auch in der brisanten Debatte rund um Schächtungen, die in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt hatte, bezog die Bundesregierung Freitagfrüh Stellung, nachdem sich Kurz bereits zuvor auf Twitter dankbar für die „sensible Haltung“ gezeigt hatte, mit der die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Thema behandelt habe. So stellte Kanzleramtsminister Gernot Blümel klar, dass es keine Registrierung von Kunden von koscherem Fleisch geben werde. „Wir bekennen uns ganz klar zu unseren jüdisch-christlichen Wurzeln und werden diese auch künftig gegen Eingriffe und Angriffe verteidigen. Wir sehen es als Auftrag und gleichzeitig Selbstverständlichkeit, dass jüdisches Leben in unserem Land in Sicherheit und ohne Einschränkungen gewährleistet ist“, so Blümel. Damit tritt der Minister und Kanzler-Vertraute Plänen des niederösterreichischen FPÖ-Landesrates Gottfried Waldhäusl entgegen, der zuletzt erklärt hatte, Schächtungen in Zukunft eindämmen zu wollen.

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