Der Bischof der Diözese Graz-Seckau hat sich am Sonntag mit deutlichen Worten zur Entwicklung des EU-Asylwesens zu Wort gemeldet. Er frage sich, „wo denn das oft herbeigeredete christliche Abendland geblieben ist“, berichtete Kathpress.
Auch wenn Grenzen heute wieder eine Rolle spielten, könnten Christen „nicht so tun, als ob uns der Bruder, die Schwester nichts anginge“, so Krautwaschl. Der Begriff „Asyl“ verkomme „beinahe zu einem Schreckenswort“, und das geltende Gesetz des humanitären Bleiberechts werde „scheinbar nicht mehr gelebt“.
Abschottung in der Kritik
Zudem habe er mahnend erwähnt, dass „tote Menschen im Mittelmeer und woanders beinahe unwidersprochen hingenommen werden, dass große Reden von Hilfe vor Ort geschwungen werden, aber sich alles scheinbar nur um Abschottung und ‘dicht machen‘ dreht“. „Machen wir uns in unserem Europa wieder neu auf den Weg zueinander, grenzen wir uns nicht ab! Halten wir die vielfältigen Fragen- und Themenkomplexe beieinander, auch wenn es schwer ist“, habe Krautwaschl appelliert, heißt es von Kathpress.
Der Grazer Diözesanbischof hat am Sonntag gemeinsam mit dem Erzbischof von Maribor, Alojzij Cvikl, zwei Messen zelebriert. Die beiden Nachbardiözesen veranstalten seit 2016 jährliche ein Treffen an der „grünen Grenze“ zwischen Österreich und Slowenien.
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