Sa, 20. Oktober 2018

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24.06.2018 09:00

Gewalt gegen Polizei in Tirol: Hunderte Verletzte!

Tagtäglich bekommen sie es mit Gewalttätern, Dieben oder sonstigen Rabauken zu tun - und da kann es schon einmal ordentlich zur Sache gehen und so richtig gefährlich werden. Der Beruf des Polizisten ist längst auch in Tirol kein echtes „Honiglecken“ mehr. Allein im Vorjahr wurden hierzulande 174 Beamte im Dienst zum Teil schwer verletzt - 71 davon durch gewalttätige Übergriffe! Im Zeitraum von 2014 bis 2017 verletzten sich in Tirol insgesamt 770 Gesetzeshüter!

Vergangenen Mittwoch in Nauders: Polizisten zogen im Zuge von Routinekontrollen einen mutmaßlichen Auto- und Motorraddieb aus dem Verkehr. Bei der Personenkontrolle rastete der 25-jährige Slowake plötzlich aus und schlug wie wild um sich. Die Beamten blieben glücklicherweise unverletzt. Dieser Einsatz ging noch einmal glimpflich aus - das ist aber nicht immer so...

Ende Mai etwa geriet in der Innsbrucker Altstadt ein deutscher Unruhestifter ins Visier von Gesetzeshütern. Beim Einschreiten der zwei Polizisten wurde der 34-Jährige gleich rabiat und ging auf die Beamten los. Beide erlitten Verletzungen.

Nur drei Tage später die nächste Brutalo-Attacke - dieses Mal in Sautens: Eine Streife wurde zu einer Wohnung gerufen, weil es dort zu einer wilden Auseinandersetzung zwischen zwei Brüdern kam. Als die Polizisten die Streithähne trennen wollten, hielt das Duo plötzlich wieder zusammen und drosch mit geballter Kraft auf die Uniformierten ein.

41 Prozent der Beamten durch Übergriffe verletzt
Das sind nur drei Beispiele von vielen Fällen, die zeigen, welch großes Gefahrenpotenzial der Beruf des Polizisten in sich birgt! Untermauert wird dies auch durch Statistiken des Innenministeriums. Demnach wurden allein im Vorjahr in Tirol 174 Polizisten im Dienst verletzt (146 Leicht- und 28 Schwerverletzte). 71 Beamte (40,8 Prozent) zogen sich Verletzungen durch Fremdeinwirkung zu. Damit lag hier das Niveau in etwa auf jenem des Jahres 2014.

Der absolute Höchststand wurde 2016 verzeichnet. Damals verletzten sich in Tirol das ganze Jahr über insgesamt 227 Polizisten während der Arbeitszeit.

Tirol im Ländervergleich an sechster Stelle
Wie sieht es nun eigentlich im Bundesländer-Vergleich aus? Österreichweit weist die Vorjahres-Statistik des Ministeriums unterm Strich 2289 verletzte Polizeibeamte auf. Rang eins geht hier wenig überraschend an die Bundeshauptstadt Wien mit insgesamt 896 Verletzten, gefolgt von Niederösterreich (271), der Steiermark (250), Oberösterreich (242) und Salzburg (184). Tirol nimmt in dieser Rangliste den sechsen Platz ein. Dahinter reihen sich noch Kärnten (168), Vorarlberg (59) und schließlich das Burgenland (45) ein.

Betrachtet man nur die Opfer von Gewaltattacken, dann lag Tirol mit 71 Fällen auf dem fünften Platz. Interessantes Detail: Im „Rekordjahr“ 2016 war Tirol in dieser Rubrik mit insgesamt 109 Übergriffs-Opfern hinter der „Verletzten-Hochburg“ Wien (484) noch auf dem zweiten Rang.

Nach Attacke drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis
Einen Exekutivbeamten zu attackieren ist alles andere als ein Kavaliersdelikt und kann für denjenigen, der seine Aggressionen nicht im Griff hat, weitreichende Folgen haben. Das Gesetz sieht hier nämlich eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren vor. Wer also nicht im Gefängnis landen möchte, der sollte sich Wutausbrüche sparen. 

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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