Nervenflattern

Banges Warten auf Schnee ++ Gäste buchen und sparen

Kärnten
23.11.2009 15:28
Temperaturen wie im Mai, Parasole in den Wäldern statt Schnee auf den Pisten: In den Kärntner Skigebieten beginnt das große Nervenflattern. Der Villacher Tourismusexperte Manfred Kohl ist zwar für die diesjährige Wintersaison "zurückhaltend optimistisch", weiß aber: "Was vor Weihnachten an Umsatz verloren geht, kann danach niemand mehr aufholen."

Die gute Nachricht: Die Buchungslage in den Kärntner Skigebieten scheint gut zu sein. Manfred Kohl: "Die Reservierungen sind zufriedenstellend. Es kann natürlich auch sein, dass viele Hoteliers mit einem starken Einbruch gerechnet haben und daher schon zufrieden sind, wenn wenigstens dieser Absturz ausbleibt."

Die schlechte Nachricht hängt mit der Arbeitsverweigerung von Frau Holle zusammen. "Ein gleiches Ergebnis wie im Vorjahr wird aber nur dann zu erzielen sein, wenn bald Schnee kommt. Denn was vor Weihnachten verloren geht, ist danach nicht mehr aufzuholen", stellt der renommierte Touristiker fest.

Klassische Massage statt Lomi-Lomi
Manfred Kohl glaubt auch, eine neue Bescheidenheit der Gäste erkennen zu können. Obwohl viele nicht sparen müssten, verzichten sie doch auf zusätzliche Kosten. Was sich in der Praxis laut Kohl beim Verzicht auf manche ausgefallenen Wellness-Anwendungen oder mit gähnender Leere in den Bars bemerkbar machen wird. "Die Leute sagen Ja zu klassischen Massagen, aber irgendeine exotische und teure Lomi-Lomi-Anwendung wollen sie nicht."

Und in den Hotelbars würde auch Zurückhaltung geübt. "Da wird dann einfach auf die Nebenkosten geachtet." Was die vielen Barkeeper zu einsamen Menschen werden lässt.

von Fritz Kimeswenger, "Kärntner Krone"
Symbolbild

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