6,3 Millionen an Frau

Krebserregendes Menopause-Mittel: Pfizer muss zahlen

Ausland
21.11.2009 11:15
Der US-Pharmagigant Pfizer ist von einem Gericht zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 6,3 Millionen Dollar an eine Krebspatientin verurteilt worden. Die Geschwornen kamen vor Gericht in Philadelphia zu dem Ergebnis, dass die von den Pfizer-Töchtern Wyeth sowie Pharmacia & Upjohn hergestellten Menopausen-Mittel Premarin, Provera und Prempro bei der Klägerin Brustkrebs verursacht hätten.

Laut dem Anwalt der 66-Jährigen wurden die Pfizer-Töchter zusätzlich zu Geldstrafen verurteilt, weil sie nicht über die Risiken der Medikamente informiert hätten. Über die Höhe der Geldbußen muss aber erst entschieden werden.

1.500 Verfahren anhängig
Die jetzt verhängte Strafe ist die höchste, die bisher im Zusammenhang mit Gerichtsverfahren wegen des Medikaments Prempro verhängt wurde. Insgesamt sind wegen des Produkts etwa 1.500 Verfahren anhängig, wie der Anwalt der Klägerin sagte. Pfizer äußerte sich über den Richterspruch enttäuscht und erwägt, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Im September Rekordvergleichssumme bezahlt
Erst im September war Pfizer vom US-Justizministerium wegen betrügerischer Werbepraktiken eine Rekordvergleichssumme von 2,3 Mrd. Dollar (1,62 Mrd. Euro) aufgebrummt worden. Dies ist die bisher höchste Summe in einem Streit um Pharmawerbung.

Der Konzern hatte mit illegalen Werbepraktiken für das Arthritismedikament Bextra eine Straftat begangen und sich dieser schuldig bekannt. Bextra wurde von Pfizer auch für Anwendungen vermarktet, für die das Mittel gar nicht zugelassen war. Pfizer hatte das Medikament 2005 wegen Sicherheitsbedenken vom Markt genommen. Allein für die Causa Bextra muss Pfizer 1,3 Mrd. Dollar zahlen.  Mit dem Vergleich wurden auch zivilrechtliche Vorwürfe rechtswidriger Werbepraktiken im Zusammenhang mit den Medikamenten Zyvox, Geodon, Lyrica und weiteren Präparaten beigelegt, erklärte das Justizministerium.

Dabei ging es unter anderem um den Vorwurf von Zahlungen an Beschäftigte des Gesundheitssystems gegangen, um die Verschreibungspraxis bei bestimmten Medikamente zu fördern. Die Untersuchungen der US-Justiz fußten auf Informationen, die Pfizer-Insider den Behörden zukommen ließen.

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