Flotte Jubilarin

Finkensteinerin wird 100 Jahre: "Kann es nicht glauben"

Kärnten
20.11.2009 18:08
"Ich kann es selbst noch nicht glauben, dass ich 100 Jahre alt bin", schüttelt die Finkensteinerin beim Besuch in ihrem Haus ungläubig den Kopf. Und wer Aloisia Pressl sieht und erlebt, kann es auch nicht glauben. Die flotte Jubilarin strahlt sofort Herzlichkeit und allerbeste Laune aus.

Auch die tägliche Hausarbeit ist für die rüstige Seniorin kein Hindernis. "Ich mache noch alles selbst. Nur für Besorgungen habe ich eine Dame, die mich führt. Meine Beine machen mir halt schon ein bisschen Probleme." Die Küche der Pensionistin ist blitzeblank. "Wissen Sie, ich mag keine Unordnung!"

Geboren wurden Aloisia Pressl am 21. November 1909 in Thörl-Maglern. Die Finkensteinerin kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. So wurde Vater Pressl – er war K. u. K.-Eisenbahner – um das Jahr 1912 nach Triest versetzt. "Ich bin dort in die Schule gegangen", erinnert sich die Pensionistin. Ende des Ersten Weltkriegs kam die Familie über Pontebba nach Villach, wo sie zuerst in einem Eisenbahnwaggon hausen musste.

1937 heiratete Aloisia ihren Johann. Gemeinsam haben sie in  Mallestig dann ein Haus gebaut. Seit 1955 ist Frau Pressl dort zu Hause. Beschäftigt war sie zuerst in der Werkstätte am Westbahnhof und danach in der Finkensteiner Nudelfabrik. Während der Besatzungszeit wusch sie Wäsche für die Engländer.

"Ich habe bis zu meinem 79. Lebensjahr gearbeitet", erzählt das Geburtstagskind. Mit 82 hat sie dann ihren Urenkel zu betreuen begonnen. "Ich hatte ihn fünfeinhalb Jahre beinahe täglich bei mir."

Aloisia Pressl selbst hat zwei Söhne. "Meine Tochter ist leider mit 37 Jahren verstorben." Gratulieren werden heute natürlich alle fünf Enkel und neun Urenkel. Die "Kärntner Krone" und kaerntnerkrone.at schließen sich den Glückwünschen herzlich an!

von Kathrin Fister, "Kärntner Krone"

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