Den ersten Platz in der Bewertung der krisenhaften zwölf Monate ab September 2008 - dem Zusammenbruch von Lehman Brothers - fuhr die Französin Christine Lagarde ein. "Kein anderer Finanzminister aus einem großen Wirtschaftsland weltweit ist durch dieses Testjahr in so einer guten Form gekommen", heißt es.
Zweiter Platz für mittlerweile abgelösten Steinbrück
Den zweiten Platz gab es für den früheren deutschen Finanzminister Peer Steinbück. Ein Mann mit Durchsetzungskraft, den es auch "freute, den Angelsachsen eine Lektion zu erteilen - manchmal eigensinnig, und letztlich verlor er seinen Job". Auf Rang 3 kam der Belgier Didier Reynders. Der "Veteran unter Druck feierte im Juli sein Zehn-Jahr-Jubiläum in dem Job und wird als künftiger Ministerpräsident gesehen".
"Genie mit Ross-Schwanz" auf Rang 4
Dahinter rangieren der derzeitige schwedische Ratsvorsitzende Finanzminister Anders Borg als Vierter ("Genie mit Ross-Schwanz, der eine unkonventionelle Rolle unter seinesgleichen spielte, aber Respekt errang") und der Italiener Giulio Tremonti als Fünter ("Trotz einiger politischer Konflikte im Land hat er Italiens finanzielle Reputation unwahrscheinlich polieren können").
Nach Pröll folgen gemeinsam auf Platz sieben der Pole Jacek Rostowski und der Brite Alistair Darling, den neunten Platz gab es für den Dänen Claus Hjort Frederiksen, und an zehnter Stelle wurde der Niederländer Wouter Bos gewählt.
19 von 27 Ministern bewertet
Insgesamt wurden 19 der 27 Finanzminister in der EU einer Wertung unterzogen. Kleinere Länder wie Zypern oder Malta kommen nicht vor. Die Bewertung erfolgte in drei Bereichen. Was die politischen Fähigkeiten und die Durchsetzungsfähigkeit betrifft, konnte Lagarde den ersten Platz einfahren, Pröll liegt hier auf Rang 12. Beim "Wirtschaftstest" dagegen konnte Pröll als Dritter Lagarde als Vierte knapp überholen, den ersten Platz in diesem Bereich gab es für den Polen Rostowski. Bezogen auf die Glaubwürdigkeit ist Pröll an zehnter Stelle, den ersten Platz in dieser Wertung fuhr der Luxemburger Jean-Claude Juncker ein, der aber insgesamt überraschenderweise nur Rang 11 einheimsen konnte.
| Ranking | ||||
| Minister/Land | Polit.Fähigk. | Wirtsch.Fähigk. | Glaubw. | |
| 1. | Lagarde/FRA | 1 | 4 | 5 |
| 2. | Steinbrück/GER | 3 | 9 | 3 |
| 3. | Reynders/BEL | 8 | 2 | 9 |
| 4. | Borg/SWE | 2 | 15 | 2 |
| 5. | Tremonti/ITA | 8 | 15 | 13 |
| 6. | Pröll/AUT | 12 | 3 | 10 |
| 7. | Rostowski/POL | 13 | 1 | 18 |
| 7. | Darling/GBR | 7 | 12 | 4 |
| 9. | Frederiksen/DEN | 11 | 7 | 6 |
| 10. | Bos/NED | 6 | 13 | 8 |
| 11. | Juncker/LUX | 4 | 18 | 1 |
| 12. | Katainen/FIN | 5 | 17 | 7 |
| 13. | Janota/CZE | 17 | 6 | 15 |
| 14. | Pociatek/SVK | 10 | 16 | 14 |
| 15. | Teixeira/POR | 17 | 8 | 12 |
| 16. | Salgado/ESP | 15 | 14 | 11 |
| 17. | Oszko/HUN | 16 | 11 | 19 |
| 18. | Papaconstantinou/GRE | 19 | 9 | 17 |
| 19. | Lenihan/IRL | 14 | 19 | 16 |
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