Ihr innerparteilicher Konkurrent, Bundesrat Harald Himmer, zog seine Kandidatur hingegen zurück. Er war zuletzt als einziger Kandidat vor der Findungskommission erschienen, da sich Marek erst am vergangenen Samstag offiziell zu einem Antreten bekannt hatte. Am Montagvormittag gab dann das Parteipräsidium bereits mit 13 zu vier Stimmen ein eindeutiges Votum für Marek ab. Das Gremium war Anfang November als Findungskommission für einen Nachfolger von Johannes Hahn eingesetzt worden, der als EU-Kommissar nach Brüssel wechseln wird.
Marek lobt Himmer als "Persönlichkeit"
"Ich habe heute gelernt, dass wir wirklich Persönlichkeiten in dieser Partei haben", bedankte sich Marek im Nachhinein bei ihrem Konkurrenten. Man werde nun gemeinsam und nicht gegeneinander marschieren. Und aus frauenpolitischer Sicht gelte für sie eines ebenfalls klar: "Ich bin ganz stolz darauf, dass ich die erste Parteiobfrau der ÖVP in Wien sein darf."
Himmer selbst unterstrich seine Erleichterung über die klare Entscheidung des Abends, da er selbst sehr mit sich gerungen habe, seine privatwirtschaftliche Karriere als Österreich-Chef von Alcatel-Lucent aufzugeben. Dabei sei die Entscheidung unter dem Blickwinkel getroffen worden, alleiniger Kandidat zu sein: "Hätte ich das früher gewusst, hätte ich von Anfang an von meiner Kandidatur Abstand genommen."
Himmer will keinen Posten - Marek geht in 2010-Wahl
Einen Stadtratsposten in einer etwaigen rot-schwarzen Koalition nach der Wien-Wahl 2010 strebe er jedenfalls nicht an: "Inhaltlich ist es für mich überhaupt kein Thema." Marek wird ihren Brotberuf als Familienstaatssekretärin ebenfalls behalten - zumindest so lange, bis der ÖVP nach der Wien-Wahl eine Regierungsbeteiligung auf Landesebene ins Haus stehen sollte. Klar ist, dass die 41-Jährige die Hauptstadt-Konservativen als Spitzenkandidatin in die Wahlschlacht 2010 führen soll.
Das Adjektiv beim Titel "geschäftsführende Parteichefin" soll offiziell ein Landesparteitag streichen, der im ersten Quartal 2010 über die Bühne gehen wird. Hier wird Marek als Kandidatin antreten. Theoretisch könnte auch noch ein Gegenkandidat am Horizont auftauchen - dieser würde aber die Unterstützungserklärung von zumindest 50 Parteitagsdelegierten benötigen. Zudem müsste der Parteitag mit seinen knapp 1.000 Delegierten noch über diesen Antrag abstimmen, bevor es überhaupt zu einer direkten Auseinandersetzung kommen könnte.
Abstimmungsergebnis offenbar nicht überraschend
Die Parteianhänger zeigten sich am Montagabend jedenfalls bereits für die Entscheidung pro Marek präpariert: Minuten nach Sitzungsende entrollten sie für die Journalisten ein Plakat mit der Aufschrift "Christine Marek. Eine starke Stimme für Wien".








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