In der Begründung führte die Vereinigung an, dass die Arbeitsgemeinschaft sämtliche Methoden ausgereizt habe, die der Kriminalpolizei zur Verfügung stehen, um der Bande habhaft zu werden. Die AG Thermen sei den Tätern lange Zeit dicht auf den Fersen gewesen.
Den Wendepunkt brachte eine Feststellung eines Kriminalbeamten im Burgenland: Bei einer Parkplatzkontrolle nach einem Thermeneinbruch, etwa einen Kilometer vom Tatort entfernt, fiel ihm ein BMW auf, der anders als die anderen dort geparkten Pkw keine vereisten Scheiben hatte. Der Wagen führte zum ersten Verdächtigen. Insgesamt wurden in den darauffolgenden Monaten 16 Mitglieder der Einbrecherbande festgenommen, nach zwei weiteren wird gefahndet.
50 Millionen Euro Schaden durch Sozialbetrug
Den zweiten Platz belegte die Gruppe Norbert Grabner: Insgesamt neun Wirtschaftskriminalisten des Landeskriminalamtes Wien hatten nach monatelangen Strukturermittlungen groß angelegte Sozialbetrugsfälle aufgedeckt. Die Betrüger hatten mit Strohmännern Scheinfirmen gegründet, in großem Stil Arbeiter angemeldet, ohne Abgaben an Krankenkassen und Finanzamt zu leisten. Nach sechs bis zwölf Monaten wurden die Scheinfirmen in den Konkurs geschickt und neue gegründet. Die bisher geklärte Schadenssumme liegt bei über 50 Millionen Euro.
Am dritten Platz landeten die Salzburger Kriminalisten Christian Krieg und Kurt Ganauser, die einem Bulgaren 153 teils vollendete und teils versuchte Einbrüche nachgewiesen hatten. Bei der Gerichtsverhandlung stellten sie die Taten des Angeklagten auf einer fünf Meter langen Papierrolle im Zeitverlauf dar. Der Mann wurde zu neun Jahren Haft verurteilt.
Für sein Lebenswerk wurde der Leiter des Landeskriminalamts Kärnten, Oberst Hermann Klammer, ausgezeichnet. Er leitete unter anderem die Ermittlungen 1991 im Entführungsfall Ragger, dem Schwager Karl Friedrich Flicks. Für sein soziales Engagement wurde der Wiener Oberstleutnant Josef Böck geehrt. Mit "einer Portion Zivilcourage und Engagement" - so seine Vorgesetzten heute - gründete er das Projekt "Fair & sensibel - Polizei und AfrikanerInnen", aus dem mittlerweile eine Institution geworden ist, mit dem Ziel, Vorurteile auf beiden Seiten aufzulösen.
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