Wiener Volkspartei

Himmer vs. Marek - Parteivorstand entscheidet

Wien
14.11.2009 12:04
Mit dem Antreten von Staatssekretärin Christine Marek läuft am Montag alles auf einen Showdown zwischen ihr und Harald Himmer hinaus. Am Vormittag wird zunächst das als Findungskommission eingesetzte Präsidium der Wiener ÖVP zusammenkommen, in dem Marek ihr Konzept präsentieren wird. Die eigentliche Entscheidung zwischen der Staatssekretärin und Himmer wird dann am Abend der Landesparteivorstand fällen.

Hier benötigt man eine Zweidrittelmehrheit, um als künftiger VP-Chef nominiert zu werden. Die formelle Entscheidung wird dann auf einem außerordentlichen Landesparteitag fallen.

Die Grundfrage am Montagvormittag im Präsidium wird allerdings zunächst sein, ob dieses in seiner Funktion als Findungskommission beide Kandidaten empfiehlt oder nur einen der beiden. Grundsätzlich werden bei der Abstimmung nach derzeitigem Stand Marek die größeren Chancen eingeräumt.

"Himmer hat die besten Chancen gegen Häupl und Strache" Mittlerweile formieren sich die Unterstützer der beiden Kandidaten für den künftigen Vorsitz in der Wiener ÖVP: Die Bezirksvertreter im Parteipräsidium, das zugleich als Findungskommission für einen Nachfolger von Noch-Parteichef Johannes Hahn fungiert, haben sich am Samstag dabei dezidiert hinter Bundesrat Harald Himmer gestellt. "Himmer hat die besten Chancen gegen Häupl und Strache zu reüssieren", heißt es.

Verfasst wurde die Unterstützungserklärung unter dem Titel "ÖVP-Bezirke für Harald Himmer" vom Hernalser Bezirkschef Manfred Juraczka und seinem Josefstädter Kollegen Andreas Ottenschläger. Darin wird der "Glücksfall" Himmer gelobt, der für einen neuen Umgang mit den Menschen und der Partei stehe: "Er wird einen neuen Stil der Seriosität in die Wiener Politik einbringen."

Hohe Wirtschaftskompetenz und "der brennt darauf"
Man könne dabei natürlich nicht für alle Bezirke sprechen, unterstrich Juraczka, die Rückmeldungen würden jedoch mit überwältigender Mehrheit für Himmer sprechen - eine Einschätzung, die Ottenschläger teilt. Himmer zeichne sich durch seine hohe Wirtschaftskompetenz aus und er wolle die Funktion als Landesobmann mit allem Herzblut ausfüllen: "Der brennt darauf."

Diesen Punkt nutzte Juraczka zur Kritik am Vorgehen von Familienstaatssekretärin Christine Marek, die erst nach längerem Zögern am Samstag offiziell ihr Antreten bestätigt hat: "Enttäuschend ist doch ihre Vorgangsweise bei der Kandidatur." Schließlich stelle sich die Frage, ob jemand etwas mit ganzem Herzen wolle oder erst überredet werden müsse.

Hahn und Pröll präferieren Marek
Die Staatssekretärin ist dem Vernehmen nach die präferierte Kandidatin sowohl von Noch-Parteichef Johannes Hahn als auch von Bundesparteiobmann Josef Pröll, die beide mit der zunächst ablehnenden Staatssekretärin das Gespräch gesucht hatten. Sie dürfte auch als VP-Chefin zunächst ihr Amt in der Bundesregierung behalten, zugleich aber als Spitzenkandidatin bei der 2010 anstehenden Wien-Wahl antreten. Erst bei einer etwaigen Regierungsbeteiligung auf Wiener Landesebene dürfte Marek dann ihr Standbein im Bund aufgeben.

Je nach Beschluss des Präsidiums muss jedenfalls dann der Landesparteivorstand über beide oder gegebenenfalls nur über einen Kandidaten abstimmen. Sollte der Kandidat hier die notwendige Zweidrittelmehrheit finden, ist er oder sie ab diesem Zeitpunkt bereits geschäftsführender Landesparteichef.

Der reguläre Wechsel von Johannes Hahn, der als EU-Kommissar nach Brüssel gehen soll, zum neuen Parteichef wird dann auf einem Landesparteitag der Wiener Volkspartei fallen. Dessen Einberufung ist allerdings nicht mehr für heuer zu erwarten, da eine sechswöchige Frist zur Einladung der Delegierten besteht.

"Ihr Bauch hat gesagt: Mach es"
Familienstaatssekretärin Christine Marek (ÖVP) hatte am Samstag offiziell ihre Kandidatur für den Chefposten der Wiener ÖVP angekündigt. "Sie steht zur Verfügung", bestätigte ein Marek-Sprecher. Die ÖVP-Politikerin habe sich nach längerem Zögern doch zu einer Kandidatur entschlossen.

Dabei habe es keinerlei Druck oder keinerlei "Zuckerl" für die Staatssekretärin gegeben, die zuvor wiederholt ein Antreten dezidiert ausgeschlossen hatte. "Ihr Bauch hat gesagt: Mach es", so der Marek-Sprecher. Marek strebt eine Gesamtlösung an, wie betont wurde.

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