Geständnis hat der Mann keines abgelegt. Im Gegenteil: Die Kinder lügen, sagt er. Richter Manfred Herrnhofer glaubt das nicht: Zu detailliert schildert das Mädchen, was der Angeklagte getan, wozu der 58-jährige "väterliche Freund der Familie" die Kleine gezwungen haben soll: Perverse Sexspiele am Küchentisch, Missbrauch im gemeinsamen Kroatien-Urlaub. Aufgehört habe er immer erst, wenn es zu "sehr weh" getan habe.
Jahrelang hat das Mädchen über diese Pein geschwiegen – aus Scham, Angst, unbegründeten Schuldgefühlen. Nun wurde der Mann verurteilt; zu vier Jahren Haft. Überraschend nimmt er diese Strafe an. Für das Opfer ist damit zumindest eine Qual vorbei: Die Furcht, dass ihm keiner glaubt und dass der Täter ungestraft bleibt.
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
Symbolbild








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