Es geht bergauf!

Wirtschaft wächst erstmals seit Sommer 2008

Österreich
13.11.2009 09:49
Österreich und auch die gesamte Euro-Zone haben im dritten Quartal das tiefe Tal der Rezession hinter sich gelassen und sind wieder auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt. Erstmals seit Frühjahr 2008 war die Wirtschaftsleistung wieder höher als im Vorquartal, in Österreich betrug das BIP-Plus 0,9 Prozent. Im Jahresabstand lag das BIP aber um 2,4 Prozent tiefer.

Das Wifo warnte aber am Freitag, es könne noch nicht von einem selbsttragenden Aufschwung gesprochen worden. Spitzenvertreter der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP hefteten sich die Erfolge für die Erholung an die eigene Brust.

Faymann lobt Konjunkturpakete
Bundeskanzler Werner Faymann sagte, die Konjunktur- und Arbeitsmarktpakete der Regierung hätten deutlich Wirkung gezeigt. Die Regierung habe umsichtig und effektiv auf die schwerste Krise seit Jahrzehnten reagiert. Vorbei sei die Krise aber erst, wenn die Zahl der Arbeitslosen wieder deutlich gesunken sei, so Faymann in einer Aussendung. SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter bezeichnete die Belebung als Beweis für die Richtigkeit der Wirtschaftspolitik seiner Partei: Eine aktive Wirtschaftspolitik der öffentlichen Hand sei allemal besser als neoliberale und konservative Konzepte.

Pröll: Mit ruhiger Hand durch Krise gesteuert
Auch Vizekanzler Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll zeigte sich am Freitag erfreut von den neuen Konjunkturdaten und meinte, es sei gut gewesen, dass mit ruhiger Hand durch die Krisenmonate gesteuert worden sei. Kernaufgabe sei nun, die Voraussetzungen für ein selbsttragendes und marktgetriebenes Wachstum zu organisieren. ÖVP-Finanzsprecher Günter Stummvoll begrüßte die "ruhige Hand" von Pröll und sprach sich gegen "hektische Schnellschüsse" aus.

Mitterlehner will Exportwirtschaft stärken
Für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wird 2010 ein Schlüsseljahr für die heimische Wirtschaft. Wichtig sei jetzt, die Exportwirtschaft weiter zu stärken. Derzeit gebe es hier die Möglichkeit, Marktanteile zu gewinnen, sagte der Minister am Freitag. Konjunkturelle Maßnahmen wie die thermische Sanierung oder auch die 13. Familienbeihilfe hätten im dritten Quartal ihre Wirkung gezeigt. Zur Investitionsschwäche der heimischen Unternehmen verwies Mitterlehner auf geförderte Kredite und Anstrengungen im Bereich der Forschungsförderung.

Die Hauptimpulse für das überaus kräftige Wachstum des BIP sind im dritten Quartal laut Wifo vom Export und den Bauinvestitionen ausgegangen. "Die heimischen und internationalen Konjunkturprogramme scheinen nunmehr ihre Wirkung voll zu entfalten", so Wifo-Experte Marcus Scheiblecker. Seit Mitte 2009 sei das BIP "überaus kräftig" gewachsen. Im 2. Quartal war das BIP gegenüber dem Vorquartal noch um 0,5 Prozent gesunken, im 1. Quartal war das Minus zum Vorquartal mit 2,6 Prozent in der gesamten rezessiven Phase am stärksten gewesen.

Euro-Zone verzeichnet ebenfalls Wachstum
Auch in der der Euro-Zone hat die Wirtschaft die Rezession hinter sich gelassen. Das BIP wuchs von Juli bis September nach vorläufigen Berechnungen um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Analysten hatten mit einem etwas stärkeren Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. Verglichen mit dem Vorjahr war das BIP dagegen um 4,1 Prozent tiefer.

Die deutsche Wirtschaft erholt sich ebenfalls rasch. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal real um 0,7 Prozent zu, meldete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag. Das war das stärkste Wachstum seit Anfang 2008. Im Jahresabstand ist das Ausmaß der Wirtschaftskrise aber noch deutlich zu erkennen: Im Vergleich zum dritten Quartal 2008 schrumpfte die Wirtschaft preisbereinigt um 4,7 Prozent, kalenderbereinigt um 4,8 Prozent.

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