Hypo-Krisensitzung

BayernLB will Miteigentümer zur Kasse bitten

Österreich
12.11.2009 20:42
In München hat am Donnerstag der Aufsichtsrat der BayernLB getagt. Die Verantwortlichen haben durchblicken lassen, dass sich die österreichischen Miteigentümer der angeschlagenen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) wohl nicht so ohne weiteres aus der Pflicht verabschieden können. Vom Land Kärnten gab es diesbezüglich ja schon eine Absage.

"Das Land ist außerstande, einen Beitrag zu leisten", sind sich Finanzlandesrat Harald Dobernig (BZÖ) und Landesholding-Aufsichtsratsvorsitzender Josef Martinz (ÖVP) einig.

Am kommenden Montag soll es nach Angaben von BayernLB-Chef Michael Kemmer Gespräche mit den anderen HGAA-Anteilseignern über deren Beteiligung an einer Kapitalerhöhung geben.

Land Kärnten hat kein Geld
Am 10. Dezember muss eine Sonderhauptversammlung der Kärntner Hypo eine nach bisherigen Erwartungen milliardenschwere Kapitalerhöhung beschließen. Heftige Debatten im Vorfeld gelten - wie schon im Vorjahr bei der letzten Krisen-Kapitalspritze - als programmiert.

Man werde in Verhandlungen mit den übrigen Eigentümern versuchen Lösungen zu finden, die die Bank stärkten. "Aber das Land hat keine Mittel, das ist ja kein Geheimnis", sagte Martinz. Bei einem nötigen Kapitalzuschuss durch die Eigentümer BayernLB oder Grawe würden die Landesanteile "automatisch verwässert", erklärte der ÖVP-Landesrat.

"Das Land hat riesige Haftungen für die Hypo übernommen, das ist ja auch ein Wert. Dadurch haben wir schon große Verpflichtungen", führte Martinz ins Treffen. Mit Enden des laufenden Jahres belaufen sich die Haftungen auf 18 Milliarden Euro.

Kein Geld von der GraWe?
Aus der Grazer Wechselseitigen Versicherung, von der in der Branche ebenfalls angenommen wird, dass sie nichts beisteuert zur nötigen Milliarden-Kapitalspritze für die Hypo, gab es auch am Mittwoch keinen Kommentar.

Am Dienstag gab der Vorstand der Hyo Group Alpe Adria bekannt, dass die Bank 2009 neuerlich einen "satten" Verlust einfahren werde - von mehr als einer Millarde Euro ist die Rede. Der Vorstand hat voraussichtlich für den 10. Dezember eine außerordentliche Hauptversammlung angekündigt. Bis dahin sollen mit den Aktionären Gespräche über die nötige Zufuhr von Eigenkapital geführt werden.

Das operative Geschäft soll in den ersten drei Quartalen zwar "sehr zufriedenstellend" verlaufen sein. Auch bei der "Mutter" BayernLB ist man mit dem operativen Ergebnis heuer bisher zufrieden.

Jedoch rechnet man damit, dass die erhöhte Risikovorsorge und die zu erwartende Wertberichtigung bei der Hypo Group Alpe Adria das Konzernergebnis der BayernLB im vierten Quartal in erheblichem Umfang belasten. Wie das Jahresergebnis aussehen werde, sei derzeit nicht quantifizierbar.

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