Bei seinem Antritt als Kanzler im Jahr 2007 hat Gusenbauer noch sämtliche Studentenvertreter gegen sich aufgebracht, weil er sein Studiengebühren-Versprechen brach. Die damalige ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha trat aus Protest sogar aus der SPÖ aus.
In einem bis auf den letzten Platz gefüllten Hörsaal appellierte der ehemalige Kanzler nun am Dienstagabend in Klagenfurt beim Thema "Fortschritt ohne Bildung?" für vermehrte Investitionen ins Bildungssystem und zeigte laut ÖH Klagenfurt "großes Verständnis mit den Studierenden". "Wäre ich Student, würde ich auch protestieren", so Gusenbauer, für den Bildung die "entscheidende Voraussetzung für den Reichtum einer Gesellschaft" darstellt.
Gusenbauer für Studenten Hoffnungsschimmer
"Obwohl Gusenbauer als Kanzler nicht gerade für bildungspolitische Quantensprünge bekannt wurde, trafen seine Ausführungen in vielen Fällen auf den Punkt", erklärt ÖH-Vorsitzender Stefan Sagl (Plattform Unabhängiger Studierender, PLUS) im Anschluss der Veranstaltung. "Zu hoffen bleibt, dass auch den zurzeit aktiven Politikern schon bald der Blitz der Erkenntnis streift", ließen Sagl und sein Stellvertreter Jürgen Bamberger (Grüne und Alternative Studenten, GRAS) unisono in einer Aussendung wissen.
Nach dem Vortrag habe Gusenbauer gemeinsam mit Studierenden zu der Forderung "2% vom BIP - schnell" posiert und die Bildungs- und Solidaritätsecke in der Klagenfurter Uni-Aula besucht, so die ÖH.
Gusenbauer hatte nach seinem Abtritt eigentlich geschworen, sich nicht mehr zu innenpolitischen Themen zu äußern und dies seither in Interviews immer wieder betont. Der ehemalige Kanzler ist jetzt als Unternehmensberater, Manager eines chilenischen Investmentfonds und Gastvortragender an einer US-Uni tätig. Seit kurzer Zeit fällt sein Name immer wieder in der Diskussion um die zukünftige Besetzung des Hohen EU-Beauftragten für die Außenpolitik.








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