Der 38-Jährige sei durch die Grippe extrem dehydriert gewesen und starb schlussendlich an Organversagen in Form eines Herzinfarkts, hieß es aus dem Krankenhaus. "Zunächst litt der Mann unter plötzlichem Fieberanstieg, dann kam intensivstes Erbrechen hinzu, wodurch der Mann sicher ausgetrocknet ist. Und dadurch haben sich eine ganze Reihe intensivster Komplikationen bis zur Schocklunge ergeben." Deshalb sollte man bei Grippeerkrankungen unbedingt genug trinken, riet König.
Der Salzburger ist das zweite H1N1-Opfer in Österreich, jedoch offenbar der erste Österreicher, der dieser Krankheit erlegen ist. Vor einer Woche war eine elfjährige Südtirolerin in Innsbruck gestorben (siehe Infobox).
"Grippewelle dauert zwölf Wochen"
Unterdessen werden die Schlangen vor den heimischen Impfzentren immer länger. Sozialmediziner Michael Kunze erstellt eine erste Prognose: "Im Schnitt dauert eine Grippewelle rund zwölf Wochen." Die normale saisonale Grippe hat Österreich noch nicht erreicht – soll heißen: "Wer jetzt die Grippe hat, der hat H1N1", wie es Kunze in der "Krone" auf den Punkt bringt. Zwölf Wochen sind eine lange Zeit, Österreich schleppt die Welle also über Weihnachten bis ins neue Jahr hinein. Ein Zeitrahmen, in dem sich normalerweise bei der normalen Grippe bis zu 400.000 Österreicher anstecken – bei einer Sterberate von etwa einem Prozent. Kunze bestätigt zwar, dass weniger Österreicher an H1N1 sterben werden als an der normalen Grippe, dafür allerdings mehr Jüngere.
Dem pflichtet auch Salzburgs Landessanitätsdirektor König bei: Durch die Neue Grippe seien hauptsächlich Menschen unter 50 Jahren gefährdet, ältere nicht. Das sei wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass es für dramatische Verläufe ein eigentlich starkes Immunsystem brauche, das außer Kontrolle gerät und sich gegen den Körper richtet, so König.
Ministerium ändert Strategie: Schätzung statt Zählung
Das Gesundheitsministerium ließ indes verlautbaren: "Im Rahmen der höchsten Pandemie-Alarmstufe 6 wurde von Mitigation Stufe 1 auf Stufe 2 umgestellt." Übersetzt heißt das so viel, dass die Zahl der Verdachtsfälle dermaßen gestiegen ist, dass nicht immer ein Rachenabstrich zur völligen Aufklärung gemacht werden kann. Nur in speziellen Situationen (Betroffene in Schulen, Altersheimen, usw.), ansonsten müssen jetzt eben Hochrechnungen reichen.
Das "Epizentrum" der Grippewelle ist Wien. Die aktuelle Hochrechnung der Medizinischen Universität Wien weist bis zu 10.800 mögliche Erkrankte aus.
Hersteller spendet 50 Millionen Impfdosen an WHO
Unterdessen gab der britische Pharmahersteller GlaxoSmithKline bekannt, dass er der Weltgesundheitsorganisation 50 Millionen Dosen Impfstoff gegen das Neue-Grippe-Virus schenkt. Das bestätigte ein WHO-Sprecher am Dienstag in Genf. Die Spende ist für Länder bestimmt, die sich Impfaktionen in der Größenordnung der reichen Länder nicht leisten können. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan sprach von "einer wirklichen Geste der Solidarität".
Eine WHO-Liste umfasst 95 bedürftige Länder. Die Organisation will sicherstellen, dass mindestens zehn Prozent der Bevölkerung in diesen Ländern geimpft werden kann. Insgesamt stellen weltweit etwa 25 Unternehmen Grippeimpfstoff gegen das neue Virus H1N1 her. Zahlreiche Länder haben schon lange vor dem vollen Ausbruch der Pandemie Impfdosen vorbestellt und bezahlt.








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