Sobald die Empfehlung der Findungskommission vorliegt, dürfte Harald Himmer vom Vorstand zum geschäftsführenden Parteichef gemacht werden. Die offizielle Kür zum Obmann würde dann bei einem Parteitag erfolgen. Dieser wird laut Johannes Hahn wohl im Frühjahr stattfinden - "aber das müssen sich die Jungen ausschnapsen, und auch die Alten", so der scheidende Wiener VP-Chef.
Himmer hat dem Findungsgremium am Dienstag seine Überlegungen präsentiert, "inhaltlich, organisatorisch und personeller Art", wie Hahn berichtete: "Es hat eine gute Diskussion gegeben." Hahn betonte zwar, dass die Entscheidung noch nicht gefallen ist ("Noch nix ist fix"), erwartet laut eigenen Angaben aber nicht, dass es Widerstände geben wird. Er wolle aber die Debatten in den diversen Organisationen nicht vorwegnehmen, betonte er.
"Gegebenenfalls eigene Akzente setzen"
"Die Stimmung für ihn ist nicht schlecht", versicherte Hahn. "Und ich freue mich, dass es ihm wichtig war, dass er meinen Stil und meine Linie fortsetzen wird. Aber natürlich wird er gegebenenfalls eigene Akzente setzen", sagte der künftige EU-Kommissar. Änderungen personeller Natur seien noch nicht besprochen worden: "Er hat noch keine Namen genannt."
Laut Hahn hat Himmer auch kundgetan, dass er seinen Vorstandsjob aufgeben wird. Formal sei dies nicht notwendig, so Hahn. Aus zeitlichen Gründen sei dies aber sinnvoll. Himmer selbst verließ die Sitzung durch den Nebeneingang und stellte sich nicht den Fragen der wartenden Journalisten.
Opposition spricht von "Hardliner" und "Ober-Bonze"
Wenig Freude an der Personalentscheidung der Wiener ÖVP zeigte die oppositionelle Kollegenschaft. "Mit der Kandidatur Harald Himmers haben sich die Hardliner in der Wiener ÖVP durchgesetzt", warnte die grüne Klubobfrau Maria Vassilakou vor der "neoliberalen Wirtschaftspolitik" der Volkspartei, für die der Noch-Alcatel-Chef bekannt sei.
FPÖ-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein wiederum amüsierte sich über den "Treppenwitz der Politgeschichte", wonach der einstige "Bonzen-Quäler" nun selbst zum "Ober-Bonzen" der ÖVP gewählt werde. Diese habe nun die Chance zu beweisen, dass es nach der Wiener Landtagswahl im Oktober 2010 keinen willfährigen Koalitionswasserträger für die Wiener SPÖ durch die Volkspartei geben werde.
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