Mi, 14. November 2018

Gratis-App SoniControl

07.05.2018 10:34

Ultraschall-Firewall blockt Lauschangriffe

Smartphones und Tablets können durch sogenanntes Audiotracking mittels Ultraschall unbemerkt das Verhalten ihrer Nutzer verfolgen - etwa das Betrachten bestimmter Videos oder den Aufenthalt an bestimmten Räumen und Plätzen. Im Projekt SoniControl entwickelte die Fachhochschule St. Pölten eine Methode, wie dieses unbemerkte (und meist ungewollte) Ausspionieren enttarnt und blockiert werden kann. Daraus entstanden ist die weltweit erste Ultraschall-Firewall, die nun für Googles Android gratis verfügbar ist.

Neue Technologien wie Google Nearby und Silverpush verwenden Ultraschalltöne, um Informationen zwischen Geräten über Lautsprecher und Mikrofon auszutauschen. Die Ultraschallsignale können jedoch auch für sogenanntes „Cross-device-tracking“ verwendet werden. Damit kann das Verhalten von Nutzern über mehrere Geräte hinweg verfolgt werden, um präzise Nutzerprofile für zielgerichtete Werbung sowie die Filterung von Internetinhalten zu erstellen - ähnlich wie mit Cookies im Web.

Akustische Cookies konnten bisher jedoch nicht - so wie ihre elektronischen Gegenstücke beim Besuch von Websites - blockiert werden. „Das Handymikrofon ist oft permanent aktiv, um Sprachbefehle entgegen zu nehmen. Jede mobile Anwendung, die Zugriff auf das Mikrofon hat, sowie das Betriebssystem selbst können jederzeit das Mikrofon eines mobilen Endgerätes ohne Benachrichtigung aktivieren, abhören, akustische Cookies erkennen und über das Internet abgleichen“, sagt Matthias Zeppelzauer von der FH St. Pölten. Die Nutzer werden über diese Informationsübermittlung im laufenden Betrieb oft nicht informiert. Abhilfe schaffte bislang nur eine permanente Deaktivierung des Mikrofons, wodurch jedoch das Gerät als Telefon unbrauchbar wird.

Im Rahmen des Projekts SoniControl entwickelten Zeppelzauer und seine Kollegen vom für Creative\Media/Technologies daher nun eine App, die akustische Cookies aufspürt, den Nutzer darauf aufmerksam macht und auf Wunsch das Tracking blockiert. Die App sei damit gewissermaßen die erste verfügbare Ultraschall-Firewall für Smartphones und Tablets, so die FH in einer Mitteilung.

Maskieren von Ultraschall-Coockies
Die Forscher entwickelten dafür ein Verfahren, dessen Basis Signalverarbeitungsmethoden sind, die kontinuierlich auf das Ultraschallfrequenzband angewendet werden. Zur Maskierung und Blockierung des Ultraschalldatenaustauschs werden Störsignale über den Lautsprecher des eigenen Mobilgeräts gesendet. So können akustische Cookies neutralisiert werden, bevor Betriebssystem oder mobile Applikationen darauf zugreifen können. Nutzer können die Cookies schließlich selektiv blockieren, ohne die Funktionsweise des Smartphones zu beeinträchtigen.

„Das herausforderndste an der Entwicklung der App war es, eine Methode zu entwickeln, die unterschiedliche existierende Ultraschallübertragungstechniken zuverlässig und in Echtzeit erkennen kann“, so Projektleiter Zeppelzauer.

Schutz der Privatsphäre im Internet der Dinge
Die Technik soll nun im Folgeprojekt SoniTalk weiterentwickelt werden, um die Ultraschallkommunikation zwischen Mobiltelefonen und Endgeräten im Internet der Dinge - Stichwort smarte Lautsprecher - transparent zu machen. Ziel sei es, dem Nutzer die volle Kontrolle darüber zu geben, was von welcher App gesendet werden darf und die eigene Privatsphäre effektiv zu schützen.

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