Fünf Männer tauchten im Nordburgenland in Etappen – symbolisch – bis auf den Grund des Marianengrabens. Mit der spektakulären Aktion wollten sie auch auf die Vermüllung der Weltmeere aufmerksam machen.
Um 10.50 Uhr verschwand Christian Redl gestern mit den Worten „Tiefer geht’s nimmer“ im Neufelder See. Vier Stunden, 26 Minuten und 31 Sekunden später tauchte der 48-Jährige wieder auf. Und das alles ohne Sauerstoffflasche!
Hilfe von Tauchern
Klingt unmöglich, ist es auch – selbst für einen mehrfachen Weltrekordhalter im Apnoe-Tauchen. Redl bekam allerdings Unterstützung von Jaromir Foukal, Thomas Morgl, Nino Röhrenbacher und Maurice Fellner.
55 Mal 20 Meter hinunter – und hinauf
Gemeinsam hatte man sich zum Ziel gesetzt, den Marianengraben im westlichen Pazifischen Ozean mit einer Tiefe von fast 11.000 Metern zu erobern – symbolisch, versteht sich.
Jeder der fünf Taucher schwamm 55 Mal auf die Tiefe von 20 Metern und wieder nach oben. Es durfte immer nur ein Mann unter Wasser sein, so die Regel, die von Olaf Kuchenbecker, Referee des Rekordinstituts Deutschland, überprüft wurde.
„Schon ein bisschen stolz“
Während die Taucher zu Beginn noch ruhig und hoch konzentriert wirkten, begann am Nachmittag der Schmäh zu rennen. „Es wird fast schon langweilig“, war etwa zu hören. Oder: „Das geht ja schneller auf und ab als erwartet.“
Nach in Summe 275 Tauchgängen war der Weltrekord schließlich gebrochen und die Erleichterung groß. „Wir haben den Marianengraben bis zur tiefsten Stelle bezwungen und das Unerreichbare geschafft“, sagte Redl. „Wir waren um mehr als eine Stunde schneller als die bisherigen Rekordhalter. Das kann uns schon ein bisschen stolz machen.“
Redl, Foukal, Morgl, Röhrenbacher und Fellner haben die Aktion nicht nur aus Jux und Tollerei gestartet – sie wollten im Namen des gemeinnützigen Vereins „7 Oceans“ auch darauf aufmerksam machen, dass sogar am tiefsten Punkt der Weltmeere Plastikmüll liegt. Also holten die Männer nach dem Weltrekord zig Säcke Klumpert vom Grund des Neufelder Sees.
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