Ehrung von Fischer

Michael Häupl erhält wichtigen Orden der Republik

Wien
06.11.2009 14:58
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SP) hat am Freitag eine der höchsten Auszeichnung der Republik erhalten: Bundespräsident Heinz Fischer überreichte ihm in der Hofburg das "Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich". Das Staatsoberhaupt gratulierte dabei dem Stadtoberhaupt zu seinem 15-jährigen Amtsjubiläum. Häupl ist seit dem 7. November 1994 Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien.

Der Antrag für die Verleihung sei von der Bundesregierung gekommen, der entsprechende Beschluss einstimmig gefallen, berichtete Fischer. An der Verleihung selbst nahmen zahlreiche prominente Spitzenpolitiker, vor allem aus den Reihen der SPÖ, teil – wie etwa Bundeskanzler Werner Faymann, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sowie Mitglieder der Bundes- und Stadtregierung. Zudem war auch Häupls Familie zugegen.

Unerfüllbarer Wunsch nach kurzer Ehrung
Fischer erinnerte in seiner Rede zunächst daran, was Häupl bei einer früheren Gelegenheit dem damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil ausgerichtet hatte, als eine Ehrung bevorstand: "Sagen Sie ihm, kurz und bündig soll er es machen." Diesen Wunsch könne er nicht ganz erfüllen, so Fischer. Er verzichte jedoch darauf, Geschichten aus diversen Gremien zu erzählen, in denen er mit Häupl gesessen sei: "Das wäre nicht mehr unterzubringen."

"Du hast unglaubliche Energie und Tatkraft in die Entwicklung der Bundeshauptstadt investiert", würdigte Fischer den Bürgermeister. Die Position Wiens unter den Hauptstädten der Welt, was Lebensqualität, Schönheit sowie kulturelles und wissenschaftliches Leben betreffe, sei "sehr bemerkenswert".

"Nicht einmal das Thema Fußball kann uns entzweien"
Fischer erinnerte auch an die persönliche Zusammenarbeit mit Häupl, etwa im Bereich Naturschutz, sowie an eine gemeinsame Leidenschaft: "Nicht einmal das Thema Fußball kann uns entzweien." Trotz "unterschiedlicher Vorlieben" pflege man eine harmonische Zusammenarbeit, so der deklarierte Rapid-Fan Fischer in Richtung des Austria-Anhängers Häupl. Dieser zeigte sich jedenfalls erstaunt. "Zunächst einmal darf ich deinen Mut bewundern, dass du das Thema Fußball heute (nach den Niederlagen der beiden Vereine im Europacup am Vorabend, Anm.) ansprichst", meinte Häupl.

Häupl zitierte anschließend einen Spruch Bruno Kreiskys: "Es ist die Rache der Geschichte an den jungen Revolutionären, dass sie im fortgeschrittenen Alter mit Orden und Ehrenzeichen geschmückt auf den Opernball gehen müssen." Aber, so betonte Häupl, man werde zweifelsfrei älter und sehe die Dinge dann anders. Er sei "sehr, sehr dankbar" über die Entscheidung der Bundesregierung.

Mit der Auszeichnung stolz am Opernball
Die hohe Auszeichnung fasse er nicht als "Dekoration" auf, die sich mit dem zunehmenden Alter ergebe, sondern als einen Dank, den man ihm entgegenbringe. Das Ehrenzeichen sei aber auch ein "Animo für die Zukunft". Und Häupl versprach: "Ich werde selbstverständlich mit Stolz beim nächsten Opernball diese Auszeichnung tragen."

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