Lkw mit Sprengstoff

"Rollende Bombe" fuhr quer durch Österreich

Österreich
06.11.2009 20:18
Eine "rollende Bombe" hat am Donnerstag kurz nach der österreichischen Grenze die Polizei in Bayern aus dem Verkehr gezogen. Der rumänische Lkw, der 16 Tonnen Bergbau-Sprengstoff geladen und diesen nicht gesichert hatte, war zuvor unbemerkt quer durch Österreich gefahren.

Bei seiner Fahrt durch Österreich wurde der Lkw offenbar kein einziges Mal kontrolliert. Erst die bayrischen Zöllner haben den Kühlsattelzug am Nachmittag im Landkreis Deggendorf an den Straßenrand gewunken. Weil ihnen die Ladung ungesichert schien, schalteten sie die Spezialisten des Gefahrguttrupps ein.

Schwere Sicherungsmängel
Die Fahrer, 29 und 36 Jahre alt, kannten zwar die Vorschriften für Sprengstoffbeförderung, einen persönlichen Befähigungsnachweis zum Umgang mit dem brisanten Transportgut konnten sie aber nicht vorweisen. Bei den 16 Tonnen handelte es sich um Sprengstoff, der im Bergbau verwendet und als massenexplosionsfähig beschrieben wird. Laut Polizeiexperten ist er bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte auch erschütterungsempfindlich.

Die Ladung war nicht durch Antirutschmatten gesichert, die Paletten hatten sich bereits aufeinander zubewegt. Zudem ist bei derartigen Transporten ein unbeabsichtigter Funkenschlag zu vermeiden, bei dem rumänischen Lkw gab es jedoch keine ausreichende Isolierung der Stromführung der seitlichen Begrenzungsleuchten. Der Draht zu einem Batterietrennschalter am Hänger war lediglich mit den Fingern zusammengedreht und dadurch nur notdürftig repariert. Bei dem Fahrzeug war darüber hinaus die Ausrüstung zum Feuerlöschen nicht vorschriftsmäßig und vorne eine Bremsscheibe gerissen.

Ersatz-Lkw ebenfalls nicht mängelfrei
Die gefährlichen Ladung wurde dann in ein Spezialfahrzeug der Speditionsfirma umgeladen. Die Aktion verlief nicht problemlos: Die Beamten stellten auch an dem Ersatzfahrzeug eine gerissene Bremsscheibe und am Anhänger kleinere technische Mängel fest, die zunächst behoben werden mussten. Das Umladen dauerte schließlich bis zum Abend. Die beiden Lkw konnten dann erst Freitag früh weiterfahren. Die Lenker und die Transportfirma werden wegen der Verstöße angezeigt. Eine akute Gefahr für die Bevölkerung ging zu keiner Zeit aus, betonte die bayrische Polizei.

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