Ausgangspunkt war eine Aktion in Deutschland im Frühjahr: Dabei verhafteten die Kinderporno-Ermittler sechs Verdächtige. Auf einem PC fanden sie dabei die anonymisierte E-Mailadresse des 50-jährigen Lagerleiters. Über die Adresse wurde er schließlich ausgeforscht, bis die Ermittler des Referats für Sittlichkeitsdelikte des Landeskriminalamtes (LKA) zur Festnahme und Hausdurchsuchung schritten.
Für die Aktion Ende Oktober hätten sie besser gleich ihre auf Eigentumsdelikte spezialisierten Kollegen mitgebracht. Die Polizei stellte eine große Anzahl an Datenträgern mit kinderpornografischem Material sicher. Darüber hinaus fanden die Beamten auch zahlreiche Elektronikprodukte des Konzerns, bei dem der Mann beschäftigt war. Ein Teil davon war noch originalverpackt.
Verdächtiger packt über Komplizen aus
Bei der Einvernahme nannte der 50-Jährige nicht nur die Namen seiner drei Mittäter, sondern sprach auch über seinen Modus Operandi. "Er deklarierte die Produkte als beschädigte Ausschussware, die von Kunden zurückgekommen ist", wie Polizeisprecher Mario Helj erklärte. Auf diese Weise konnte er die neuen Geräte beiseiteschaffen.
Die Beamten nahmen drei weitere Lagerarbeiter fest. Auch bei ihnen fanden sie zahlreiche gestohlene Artikel. Darüber hinaus hatten die drei auch noch drei Paletten mit Waren in ein anderes Lager abgezweigt, das einer Spedition gehörte. Diese Firma wusste laut den Ermittlungen der Polizei aber nichts von diesen Machenschaften. Allein der Wert dieser Lieferung betrug 150.000 Euro.
Insgesamt stellte die Polizei bei neun Hausdurchsuchungen Geräte im Wert von 300.000 Euro sicher. Laut Helj dürften die Verdächtigen geplant haben, die Produkte über Internetbörsen weiterzuverkaufen. Dabei hofften sie auf das Weihnachtsgeschäft.
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