So, 24. Juni 2018

Kinderwunsch

23.04.2018 06:00

Baby trotz Rheuma?

Von dieser chronisch entzündlichen Krankheit sind auch junge Frauen betroffen. Die Therapie mit Medikamenten war früher ein Problem in der Schwangerschaft. Das hat sich nun mit neuen Wirkstoffen geändert. 

Rheuma unter Kontrolle: Die Behandlung dieser entzündlichen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Psoriasisarthritis, die Wirbelsäule betreffenden Morbus Bechterew) hat enorme Fortschritte gemacht. „Dank moderner Medikamente, den sogenannten Biologika und Small Molecules, gelingt es in vielen Fällen, die Krankheit so weit zurückzudrängen, dass Betroffene schmerzfrei sind und normal leben können“, erklärt Dr. Thomas Schwingenschlögl, Internist und Rheumatologe aus Wiener Neudorf (NÖ). Seit kurzem ist das erste Medikament aus der Biologika-Gruppe auch für Schwangerschaft und Stillzeit zugelassen.

Das Thema Kinderwunsch tritt bei jungen Frauen natürlich irgendwann in den Vordergrund. „Früher mussten Rheumamittel oft schon einige Monate vor der geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden“, erklärt Dr. Schwingenschlögl. „Das hatte aber zur Folge, dass die Gelenksentzündung wieder sehr aktiv wurde und die typischen Rheumasymptome wie Schmerzen, geschwollene und kraftlose Gelenke, Morgensteifigkeit sowie Bewegungseinschränkungen sehr bald wieder voll ausbrachen.“ In diesem belastenden Zustand wurden die Frauen oft erst recht nicht schwanger.

Und falls doch? „Dann musste oft mit relativ hohen Cortisonmengen behandelt werden, damit sich Betroffene überhaupt bewegen konnten. Aber auch Cortison hat Nebenwirkungen auf das Ungeborene“, schildert der Rheumatologe die frühere Situation. „Biologika hingegen erwiesen sich in zahlreichen Studien während der Schwangerschaft und Stillzeit als unproblematisch.“Diese Medikamente bremsen jene überaktiven Zellen und Botenstoffe der Körperabwehr, welche die Entzündungen hervorrufen und wirken nicht nur auf die Symptome, sondern auf den Verlauf der Erkrankung und können diesen sogar komplett stoppen.

Gestörte Abwehr
Entzündlich rheumatische Erkrankungen sind auf eine Störung des Immunsystems zurückzuführen, es gerät außer Kontrolle. Dabei werden diverse Zellen und Botenstoffe aktiviert, welche die entzündlichen Reaktionen in Gelenken, Muskeln oder Wirbelsäule auslösen, manchmal werden auch innere Organe wie Herz oder Lunge befallen.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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