Do, 20. September 2018

Beschwerde abgelehnt

13.04.2018 11:00

Student aus Klagenfurt: IS-Terrorist bleibt frei

Manchmal sind die Wirrungen der Justiz wirklich unverständlich. Wie etwa diese hier: Im Dezember wurde am Landesgericht ein Student aus Klagenfurt vom erfahrenen Richter Michael Schofnegger als IS-Terrorist verurteilt. Laut Urteil habe er versucht, sich den IS-Terrormilizen in Syrien anzuschließen. 

Dies gelang nur nicht, weil ihn türkische Polizisten zuvor im Grenzbereich von Urfa und Suruc erwischten und nach mehreren Tagen Haft wieder abgeschoben hatten. Danach habe der 26-Jährige die Gräuelpropaganda des IS mehr als zwei Jahre lang über YouTube-Kanäle im Internet verbreitet. Nur durch Hinweise waren die Terrorismusbekämpfer auf den jungen Mann aufmerksam geworden. Ibrahim G. fasste als Mitglied einer terroristischen Vereinigung zwei Jahre Haft aus, spazierte aber als freier Mann aus dem Gerichtssaal, was für heftige Kritik gesorgt hatte.

Der Oberste Gerichtshof wurde in der Sache befasst und hat eine Nichtigkeitsbeschwerde von Ibrahim G. nun zurückgewiesen - auch die Höchstrichter dürften wenig Zweifel daran haben, dass der Islamist ein IS-Sympathisant ist. Dennoch bleibt er bis zur endgültigen Entscheidung des Oberlandesgerichtes Graz auf freiem Fuß, wie Anwalt Farhad Paya bestätigt: „Er wurde kurz nach dem Prozess verhaftet, wogegen wir erfolgreich berufen haben.“ Paya hält die Verurteilung übrigens nach wie vor für „nicht gerechtfertigt“ und erwägt weitere Schritte.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kärnten

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.