Mo, 25. Juni 2018

Causa Tulln

31.03.2018 06:00

15-Jährige muss Therapie jetzt selbst bezahlen

Die Freisprüche der beiden mutmaßlichen Vergewaltiger von Tulln könnten für das Opfer schlimme finanzielle Folgen haben. Sollte das Urteil nicht gekippt werden, muss Sandra (Name geändert) vermutlich in Hinkunft ihre Therapiekosten selbst begleichen.

„Und es drohen“, so ihr Rechtsbeistand Ewald Stadler, „auch Rückforderungen hinsichtlich der bisher in Anspruch genommenen Leistungen von Psychologen.“

Vom Gesetz her sind Täter dazu verpflichtet, an die Menschen, denen sie Schaden zugefügt haben, Schmerzensgeld zu bezahlen. Gelten die Verursacher als mittellos, muss der Staat einspringen. Im Fall der zwei Asylwerber wäre das so gewesen. Allerdings gilt Sandra nun nicht mehr als Opfer ...

15-Jährige erlitt Nervenzusammenbruch
Der ohnehin seit der Tat dramatische seelische Zustand der 15-Jährigen hat sich nach dem Prozess weiter verschlimmert. Am Mittwoch erlitt sie nervlich einen Zusammenbruch, musste intensiv-psychologisch betreut werden. „Klarerweise“, so Stadler, „wird das Mädchen kaum damit fertig, dass ihren Angaben bei Gericht kein Glauben geschenkt wurde.“

Wie ausführlich berichtet, hatten am Dienstag zwei von vier Schöffen unter anderem die dargelegten Beweise - etwa Sperma- sowie Kratzspuren - als nicht ausreichend empfunden, um den 19 Jahre alten Afghanen sowie den gleichaltrigen Somalier der Vergewaltigung schuldig zu sprechen.

Widersprüchliche Aussagen führten zu Freispruch im Zweifel
Ausschlaggebend für den Freispruch seien jedoch in erster Linie die widersprüchlichen Aussagen der 15-Jährigen bei den kontradiktorischen Einvernahmen gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung. Der Vorfall habe sich „sicher nicht wie in der Anklageschrift“ zugetragen, hatte der Richter erklärt. Demnach habe die 15-Jährige nicht klar sagen können, ob es sich bei den Angreifern um zwei oder doch drei Männer gehandelt habe. Auch habe sich das Mädchen bereits im Vorfeld mit den Männern getroffen, zudem sei Marihuana im Spiel gewesen.

Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.