Do, 20. September 2018

Junger DJ-Superstar

31.03.2018 07:00

Alan Walker: Ein Leben im Zeichen der Musik

In weniger als drei Jahren wurde aus einem im Kinderzimmer an Beats bastelnden Computernerd einer der größten und bekanntesten DJs der Welt. Dem Norweger Alan Walker gelang mit „Faded“ vor drei Jahren der Sprung auf den EDM-Olymp, den er seitdem nicht mehr verlassen hat. Uns erzählte der erste 20-jährige Superstar, warum er trotzdem weit davon entfernt ist, die Bodenhaftung zu verlieren.

Wenn sich die größten DJs der Welt beim „Krone Electric Nation Vienna“ zum Stelldichein treffen, dann darf ein Mann keinesfalls fehlen: Alan Walker. Der 20-Jährige ist seit knapp drei Jahren nicht mehr aus der Szene wegzudenken. Schuld daran war sein Top-Hit „Faded“, der mittlerweile mehr als 1,6 Milliarden YouTube-Klicks und 54 Platin-Auszeichnungen verbuchen kann. Für den großen Erfolg sorgt aber nicht nur sein Talent an den Turntables, sondern auch seine Vermarktung. Mit dem schwarzen Kapuzenpulli und dem gesichtsverdeckenden Tuch hat er sich ein mysteriöses Image verpasst, dem mittlerweile rund 2,8 Millionen Instagram-Fans verfallen sind.

Musik als Lebenselixier
Für den Soundtüftler zählt dennoch nur die Musik, wie er im „Krone“-Interview bestätigt. „Für mich ist Musik einfach alles. Ich liebe die Zugangsweise zu meiner Musik und die Tatsache, dass ich einfach alles miteinander mischen kann. Jeder einzelne Soundteil lässt sich meist beliebig oft verändern, wodurch man möglichst kreativ und unterschiedlich arbeiten kann. Die markanten Beats und auch das visuelle Drumherum haben mich schon immer begeistert. Ohne gewisse Songs wäre ich nicht der, der ich heute bin.“

Das bestätigten in Interviews auch seine Eltern, die ihn als sehr schüchtern und introvertiert erlebten. Jemand, der nicht unbedingt ein Übermaß an Selbstvertrauen aufweist und sich erst durch das tiefe Vergraben in die Welt der Beats zum mysteriösen Superhelden für eine ganze Generation an Partywütigen mit einem Sinn für Melodie und Melancholie wurde. “Als ich damit begann Musik zu machen, hatte ich nur einen schmalen Zirkel von Menschen, die ich über das Internet kennenlernte und mit denen ich mich regelmäßig austauschte. Wir waren eine Underground-Community, die sehr viel und sehr unterschiedlich mit Techno experimentierte. Ich hatte zum Glück immer genug Zeit, ohne Einflüsse und Druck von außen an der Marke Alan Walker – und zu Beginn noch DJ Walkzz – zu arbeiten.“

Lebensveränderung
Als Vollzeit-Computernerd fand Walker nicht nur früh Gefallen am Soundbasteln, sondern auch am Programmieren und am Grafikdesign. So war es dem findigen Teenager früh möglich, seine klanglichen Visionen auch visuell umzusetzen und damit ein Gesamtpaket zu kreieren, das einerseits von EDM-Produzenten wie K-391 und Ahrix, andererseits von klassischen Filmkomponisten wie Hans Zimmer oder Steve Jablonsky beeinflusst war. Dass ihm mit “Faded„ schon derart früh ein kommerzieller Jahrhunderthit gelang, hat Walkers Leben innerhalb kürzester Zeit massiv verändert. Noch im Jänner 2016 beendete er seine High-School-Zeit, seither führt er ein mehr oder weniger beneidenswertes Jet-Set-Leben, das ihm des Öfteren pro Tag zwei Auftritte in unterschiedlichsten Städten beschert. So begeisterte er etwa letzten Sommer die Frequency-Fans schon am frühen Nachmittag, weil abends ein Event in seiner norwegischen Heimat anstand.

Das optische Versteckspiel hinter dem Kapuzenpulli und dem Gesicht verschleiernden Tuch birgt eine durchaus löbliche Botschaft. Neben der offensichtlichen Coolness, die mit dem selbst kreierten Image einhergeht, hat Walker sein Outfit aber auch deshalb so schlicht gewählt, um Gleichheit zu demonstrieren. “Du kannst selbst schnell zu einem Walker werden, wir sind alle gleich.„ Zudem ist die Vermummung auch eine Huldigung an die digitale Anonymous-Bewegung, die den 20-Jährigen seit jeher fasziniert. So genau nimmt er das aber ohnehin nicht, denn im Gegensatz zu einem Künstler wie Rapper Cro ist er nicht expliziert darauf erpicht, nicht erkannt zu werden. So gibt es längst auch eine “Unmasked„-Videoreihe im Netz zu finden.

Die Mischung macht‘s
Musikalisch hat sich Walker über die letzten Jahre vor allem mit seinen Remixes ein Denkmal am EDM-Markt gesetzt. Zuletzt etwa mit seiner Version des Songs „This Is Me“ des Oscar-nominierten Films „The Greatest Showman“, mit dem er gewiss wieder die Charts erobern wird. Stilistische Grenzen sind ihm fremd. „Es gibt so viel interessante Musik, die man miteinander verknüpfen kann. Elektronische Sounds lassen sich wunderbar mit einem Piano oder E-Gitarren verknüpfen. Privat höre ich auch viele Punkrock- und Rock-Bands wie Green Day, Linkin Park, Metallica oder Aerosmith. Sie alle haben mich in meinem Tun sehr stark geprägt.“ Im Gegensatz zu seinen Jugendfreunden, die stark im Pop und Punkrock verankert waren, ist Walker schon früh woanders abgebogen. „Ich habe mich schnell in die Geschichte von House, Electro und Tanzmusik im Allgemeinen gestürzt. Ich bin eben ein Computernerd und fand dort meine Erfüllung.“

Heute ist Walker längst ein millionenschwerer Superstar, spielt in der Champions League der EDM-DJs und gehört zu den populärsten Künstlern einer ganzen Generation. Privat lebt er aber noch bei seinen Eltern im norwegischen Bergen. “Man muss ja nichts überstürzen„, lacht er, “hier leben meine Familie und Freunde - außerdem gefällt mir keine Stadt besser als diese. Das Wetter kann sich dreimal am Tag drehen, was meine Kreativität auf jeden Fall fördert.„ Und was passiert mit den Millionen, die Walker über die Jahre angehäuft hat? “Ich spare das meiste und versuche es sinnvoll anzulegen und zu investieren. Ich weiß genau, woher ich komme und es gibt keinen Grund, jetzt durchzudrehen. Ich habe mir einen Audi R8 GT Spyder gegönnt, verjuble sonst aber nichts. Mein Umfeld würde es gar nicht zulassen, wenn ich plötzlich einen auf dicke Hose machen würde.„

Live in Wien
Alan Walker ist das nächste Mal am 28. Juli beim “Krone Electric Nation Vienna" in der Wiener Krieau zu sehen. Karten für das Top-Event mit weiteren Superstars wie Martin Garrix, Robin Schulz oder Alle Farben erhalten Sie unter 01/588 85-100 oder unter www.ticketkrone.at.

Robert Fröwein
Robert Fröwein

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