Mi, 12. Dezember 2018

„Wir erwarten andere“

26.03.2018 10:11

Zuckerberg warnt vor neuen bösen Überraschungen

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat in der Presse um Entschuldigung für die Datenaffäre rund um sein Unternehmen gebeten. Das weltgrößte soziale Netzwerk schaltete am Sonntag in mehreren britischen und US-amerikanischen Zeitungen ganzseitige Anzeigen. Darin wiederholte Zuckerberg sein Eingeständnis, dass es einen Vertrauensbruch gegeben habe. Zugleich deutete der 33-Jährige an, dass Cambridge Analytica wohl nicht das einzige Unternehmen gewesen sein dürfte, dass im großen Stil Daten bei dem sozialen Netzwerk abschöpfte.

„Wir haben die Verantwortung, Ihre Daten zu schützen. Wenn wir es nicht können, verdienen wir es nicht“, schrieb Zuckerberg und fuhr – ohne allerdings Cambrige Analytica beim Namen zu nennen - fort: „Sie haben vielleicht von einer Quiz-App gehört, die von einem Universitätsforscher erstellt wurde, der 2014 Facebook-Daten von Millionen von Menschen durchsickern ließ. Dies war ein Vertrauensbruch, und es tut mir leid, dass wir zu der Zeit nicht mehr getan haben.“

„Wir erwarten, dass es andere gibt“
„Wir unternehmen jetzt Schritte, um sicherzustellen, dass dies nicht noch einmal passiert. Wir haben solche Apps bereits daran gehindert, so viele Informationen zu bekommen. Jetzt begrenzen wir die Daten, die Apps erhalten, wenn Sie sich über Facebook anmelden“, kündigte Zuckerberg an.

Das soziale Netzwerk untersuche derzeit „auch jede einzelne App, die Zugriff auf große Datenmengen hatte, bevor wir dies behoben haben“: „Wir erwarten, dass es andere gibt. Und wenn wir sie finden, werden wir sie verbieten und allen Betroffenen davon berichten“, warnte Zuckerberg vor weiteren unliebsamen Überraschungen für seine Nutzer. Schließlich werde man diese daran erinnern, welchen Apps sie Zugriff auf ihre Informationen gewährt haben. „So können Sie diejenigen ausschalten, die Sie nicht mehr benötigen.“

„Ich verspreche Ihnen, es besser zu machen“
Die Anzeige endet mit den Worten: „Danke, dass Sie an diese Gemeinschaft glauben. Ich verspreche Ihnen, es besser zu machen.“ Ob sich Werbekunden und Nutzer des sozialen Netzwerks davon beeindrucken lassen, bleibt allerdings abzuwarten. Seit Bekanntwerden des Skandals hat der Konzern mehr als 50 Milliarden Dollar (40,5 Milliarden Euro) Börsenwert verloren.

Druck auf Facebook wächst
Unternehmen wie die Commerzbank oder der Audiospezialist Sonos stornierten Werbe-Anzeigen auf Facebook, andere Konzerne wie der Elektroauto-Bauer Tesla legten ihre Seiten bei dem Netzwerk still. Im Internet kursieren Boykottaufrufe. Auch der politische Druck auf den Datenkonzern wächst, seit die Affäre vor einer Woche publik wurde. Demnach wurden persönliche Daten von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern von der britischen Analysefirma Cambridge Analytica mutmaßlich auf unlautere Weise eingesetzt, um US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf zu unterstützen. Jüngsten Berichten zufolge soll die Datenanalyse-Firma über Umwege auch im Brexit-Referendum eine Rolle gespielt haben.

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