So, 21. Oktober 2018

Kritik nach Ausraster

20.03.2018 10:31

Bald Gitterbetten und gepolsterte Wände im Häf‘n?

Völlig ausgerastet ist kürzlich ein schwerer Gewaltverbrecher, der in der Justizanstalt Innsbruck seine Strafe absitzt – die „Krone“ berichtete. Forderungen innerhalb der Justizwache-Gewerkschaft werden wieder einmal laut. So sollen ein Teil der Zellen mit Gitterbetten ausgestattet sowie die Wände gepolstert werden.

Zuerst strangulierte sich der Inhaftierte in seiner Zelle bis zur Bewusstlosigkeit, dann attackierte er mehrere Beamte und drohte ihnen sogar mit dem Umbringen.

„Veraltetes System ist überfordert“
„Bei derartigen Vollzugsquerulanten, die zum Glück nur einen geringen Prozentanteil ausmachen, wird ersichtlich, dass das veraltete System komplett überfordert ist“, findet Manuel Ruech von der Justizwache-Gewerkschaft klare Worte und führt weiter aus: „Unser Strafvollzugsgesetz ist bekanntlich von 1969, einige Passagen gehören nachgeschärft und angepasst. Die Führungsträger im Ministerium müssen die Sturheit beiseite legen und agieren.“

Er selbst hat zwei Maßnahmen ins Auge gefasst, die in seinen Augen zur Sicherheit der Beamten beitragen würden. „Die besonders gesicherten Einzelhaftzellen sollten – wie schon vor Jahren – wieder mit Gitterbetten ausgestattet werden. Insassen könnten in diesen Betten an Händen, Füßen sowie am Bauch fixiert werden. Etwa bei suizidgefährdeten Häftlingen wäre dies vorteilhaft“, erklärt Ruech.

Zweite Maßnahme: Gepolsterte Wände
Außerdem sollten die Wände dieser Einzelzellen gepolstert werden. „Immer wieder springen Gefangene bewusst gegen die Mauern oder schlagen etwa mit dem Kopf mehrmals hintereinander dagegen. Mit Polsterungen könnte vermieden werden, dass sich die Inhaftierten Verletzungen zuziehen“, betont der Gewerkschafter.

Nicht immer enden solche Vorfälle wie der aktuelle ohne Verletzte. „Und es darf nicht darauf vergessen werden, dass unter widrigsten Bedingungen ein Menschenleben gerettet werden konnte. Daher möchte ich mich bei der gesamten Nachtdienst-Belegschaft für den herausfordernden Einsatz bedanken“, sagt Ruech.

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner

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