Di, 21. August 2018

Verlust der Sehkraft

09.03.2018 06:00

Glaukom kann jeden treffen

 „Grüner Star“, so die umgangssprachliche Bezeichnung, ist eine schwere Erkrankung des Sehnervs und die zweithäufigste Erblindungsursache in Österreich. Moderne Diagnostik- und Therapiemethoden ermöglichen eine effiziente Behandlung. Dies erfordert jedoch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. 

Rund 80.000 Österreicher sind an Glaukom erkrankt, 35.000 davon bereits sehbehindert. „Durch die steigende Lebenserwartung ist in den kommenden Jahren auch mit einem starken Anstieg bei Neuerkrankungen zu rechnen. Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken verdoppelt sich ab dem fünfzigsten Lebensjahr mit jedem Lebensjahrzehnt“, warnt OA Dr. Anton Hommer, von der Österreichischen Ophtamologischen Gesellschaft und Oberarzt an der Augenabteilung der Krankenanstalt „Sanatorium Hera“ in Wien.  Das Heimtückische: Die langsam voranschreitende Krankheit verläuft zunächst beschwerdefrei und Gesichtsfeldausfälle machen sich erst sehr spät bemerkbar. Der Großteil der betroffenen Personen ahnt daher nichts von der schleichenden Gefahr für sein Augenlicht

Das Problem wird unterschätzt
Leider unterschätzen viele Menschen noch immer das Glaukom und verwechseln es fälschlicherweise auch oft mit dem harmlosen „grauen Star“. Während letzterer für den Betroffenen durch eine Sehverschlechterung früh genug erkennbar ist und durch eine Operation eine Verbesserung erreicht werden kann, erweist sich der „grüne Star“ als weitaus gefährlicher. „Persönlich kann man das Glaukom gar nicht erkennen, weil die Erkrankung völlig schmerzfrei ist und lange Zeit auch ohne Symptome verläuft“, so  Univ.-Prof. Dr. Christoph Faschinger,  Stv. Klinikvorstand der Universitätsaugenklinik der Med. Uni Graz. Der Experte betont die Bedeutung der Kontrolluntersuchungen beim Facharzt.  Messung des Augendrucks, Gesichtsfelduntersuchung und Vermessung des Sehnervs sind wichtige Maßnahmen, um den Verlust des Sehvermögens zu stoppen oder zu verhindern. Das Um und Auf für die Diagnose ist die Vermessung des Sehnervs und Netzhautnervenfasern, da sich hier die eigentliche Veränderung im Auge abspielt. Neue Maschinen wie die optische Kohärenztomografie (OCT) können mittels Laser die Dicke dieser Netzhautschicht bestimmen. Ist sie dünner als die Norm, besteht der Verdacht auf ein Glaukom.

Behandelt wird in der Regel durch spezielle Augentropfen. Diese Therapie ist lebenslang und konsequent durchzuführen. In bestimmten Fällen kann auch eine Laser-Behandlung durchgeführt werden. Bei sehr hohem Augendruck führt diese Methode jedoch nicht zum Ziel. Neuere mikrochirurgische Eingriffe sind in der Regel zwar weniger belastend für das Auge, derzeit jedoch noch nicht so effektiv wie die konventionelle Glaukomchirurgie (Trabekulektomie). Selbst wenn die Behandlungsmethoden immer moderner und besser werden - einmal aufgetretene Schäden lassen sich beim Glaukon nicht wieder rückgängig machen. Ziel ist es, das bestehende Sehvermögen zu erhalten oder zumindest das Fortschreiten zu verzögen und somit eine mögliche Erblindung zu verhindern.  Daher ist eben eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt so wichtig. 

Gesundheitsredaktion, Kronen Zeitung

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