Wie alles begann

Action auch ohne Master Chief mit “Halo 3: ODST”

Spiele
01.10.2009 11:04
Der Master Chief mag im Urlaub sein, doch für Fans des "Halo"-Universums ist das Abenteuer noch lange nicht vorbei. Nach einem kurzen Abstecher ins Lager der Echtzeitstrategie kehrt Entwickler Bungie mit "Halo 3: ODST" zu den Shooter-Wurzeln der Serie zurück. krone.at verrät, was den Spieler neben reichlich Action noch erwartet.

"Halo 3: ODST" spielt zeitlich vor den Ereignissen in "Halo 3" und begleitet einen frischgebackenen Orbital Drop Shock Trooper, quasi die Fallschirmjäger des United Nations Space Command, in die afrikanische Metropole von New Mombasa, wo ein Trupp der Elite-Einheit die Invasion der außerirdischen Convenant unter die Lupe nehmen soll. Doch natürlich will es das Schicksal anders, und so kommt es, dass das Team beim Absprung über dem Einsatzgebiet sprichwörtlich in alle Winde zerstreut wird. Völlig auf sich allein gestellt, macht sich der Rookie auf die Suche nach seinen Kameraden, wobei die Geschichte während des Spielverlaufs immer wieder die Erzählperspektive ändert und den Spieler die Ereignisse aus Sicht der einzelnen Squad-Mitglieder erleben lässt. 

Der kleine, aber feine Unterschied
Wer nun allerdings auf eine gänzlich neue Spielerfahrung hofft, wird enttäuscht: "Halo 3: ODST" gleicht sowohl in spielerischer als auch in technischer Hinsicht über weite Strecken dem letzten Teil der "Halo"-Trilogie. Die Unterschiede zwischen dem Master Chief und den ODSTs sind marginal: Während der Chief mühelos beidhändig mit Laser, Nadelwerfer und Co durch die Gegend ballert, können die Trooper zwar zwei Waffen plus Granaten mit sich führen, aber immer nur eine Wumme bedienen. Zudem erweist sich die Infanterie aufgrund des schwächeren Energieschilds als weniger schadensresistent als der Master Chief. Dieser wiederum muss im Gegensatz zu den Troopern jedoch ohne "VISR" auskommen – eine Art Restlichtverstärker, der sämtliche Konturen farblich hervorhebt und so auch in totaler Dunkelheit das Orientieren im Gelände erleichtert.

Ein Wiedersehen mit alten Bekannten
Damit sind die Fähigkeiten des "VISR" aber noch nicht ausgereizt, unterscheidet das Hilfsmittel praktischerweise doch auch gleich zwischen Freund und Feind, indem es diese je nach Gesinnung grün bzw. rot umrandet. Damit sollte das sogenannte "Friendly Fire" ein für alle Mal der Vergangenheit angehören. "Halo"-Fans dürften aber ohnehin keine Probleme damit haben, Widersacher und Mitstreiter auseinander zu halten, sind Grunts, Brutes, Elites und andere Extraterrestrische doch bereits hinlänglich aus den Vorgängern bekannt. Auch der Fuhrpark wurde für "Halo 3: ODST" nicht erweitert: Warthogs, Ghosts, Scorpion-Panzer und die wendigen Banshee-Flieger warten erneut darauf, bedient zu werden. Die Missionen sind dementsprechend abwechslungsreich gestaltet und wechseln zwischen dem Häuserkampf in der offen angelegten Stadt von New Mombasa und Auseinandersetzungen im freien Gelände.

Neuer Multiplayer-Spaß
Gänzlich neu ist der sogenannte Multiplayer-Modus "Feuergefecht", in dem bis zu vier Spieler gegen Wellen immer stärker werdender Allianztruppen bestehen müssen. Zum Lieferumfang gehört auch eine zweite DVD, auf der neben dem kompletten Onlinemodus von "Halo 3" auch die bereits veröffentlichten Map-Packs "Legendary", "Heroic" und "Mythic" gehören. Insgesamt können sich die Fans des Franchises also auf 24 Mehrspieler-Karten freuen.

Gemischte Gefühle hinterlässt schließlich die Präsentation des Spiels, denn auch die wenigen epischen und atmosphärisch in Szene gesetzten Schlachten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Optik trotz leicht aufgebohrter Engine inzwischen überholt wirkt. Besonders der Stadtkern von New Mombasa, in den der Spieler während seiner Suche immer wieder zurückkehrt, wirkt mit der Zeit öde und wie die gegen Ende des Spiels auftretenden Innenlevels zu steril. 

Fazit: Eine gewisse Enttäuschung lässt sich nicht verbergen, wenn nach rund fünf Stunden Einzelspielerkampagne bereits der Abspann über den Bildschirm flimmert: Bis auf eine verworrene Hintergrundgeschichte und die "VISR"-Nachtsicht bietet "Halo 3: ODST" eigentlich nichts, was man nicht schon von "Halo 3" kennen würde. Waffen, Fahrzeuge, Gegner, das optische Erscheinungsbild und auch der Missionsaufbau – hier ein bisschen Jeep-Fahren, dort ein wenig mit dem Panzer wüten – sind bis auf kleine Ausnahmen zum Großteil dem Vorgänger entlehnt worden. Am Spielspaß - nicht zuletzt aufgrund des nach wie vor seinesgleichen suchenden Mehrspieler-Parts -  ändert sich dadurch glücklicherweise kaum etwas. Die erhoffte Shooter-Sensation bleibt jedoch aus.

Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 8/10

von Sebastian Räuchle

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