Im Unterschied zu seinen Vorgängern geht es in "Need For Speed: Shift" nicht über Stock und Stein in einem Open-World-Gelände. Vielmehr ist das Ziel des Spiels das Erreichen der "NfS-World Tour". Um dort hin zu kommen, muss sich der Spieler allerdings erst durch vier Meisterschaften über die Rennstrecken rund um den Globus kämpfen. Diese bestehen aber nicht nur aus "normalen" Rennen gegen neun andere Fahrer. Denn durch unterschiedliche Fahrmodi kommt Abwechslung in die Rennserien. So heißt es zum Beispiel zum Zeitfahren oder Ausdauerrennen anzutreten. Spannende Duelle gegen einen Kontrahenten, in denen der Spieler zwei von drei Rennen gewinnen muss oder Drift-Meisterschaften gilt es auch zu bestehen.
Während all dieser unterschiedlichen Aufgaben sammelt der virtuelle Rennfahrer Sterne, mit denen neue Rennen, neue Autos und andere Goodies freigeschalten werden. Dabei gibt es pro Challenge bis zu sechs Sterne zu gewinnen. Nur drei davon erhält der Spieler über eine Top-Drei-Platzierung. Für die anderen gilt es andere Aufgaben zu erfüllen: So müssen zum Beispiel Konkurrenten abgedrängt, Rennabschnitte ohne Ausritte absolviert oder mehrere Kurven auf der Ideallinie durchrast werden.
Im Cockpit erhält der Pilot für jede seiner Aktionen Punkte, mit denen er seinen Fahrer wie in einem Rollenspiel aufleveln kann. So gibt es für präzises Fahren, Überholen ohne "Feindkontakt" oder gute Starts Präzisions-Punkte. Für schmutzige Tricks wie das Blockieren seiner Gegner oder Windschatten-Fahren Aggresionspunkte. Steigt der Fahrer mit den so erspielten Punkten um einen Level auf, erhält er Geld, weitere Garagenplätze oder Einladungen zu Rennen außerhalb der Meisterschaften, wo es erneut eine Menge an virtueller Kohle abzustauben gilt. Die setzt der Spieler dann in eines der über 70 Automodelle aller gängigen Marken um und motzt diese im Anschluss nach Belieben auf.
Nach Meisterschaftserfolgen oder vor neuen Herausforderungen wird "Shift" immer wieder von vor Action triefenden Zwischensequenzen unterbrochen, die dabei helfen, die Stimmung hoch zu halten. Besonders anspornend ist auch die Möglichkeit, den Schwierigkeitslevel relativ exakt auf das eigene Fahrkönnen anzupassen. So schalten Profis einfach die Fahrhilfen ab und racen nur mit serienmäßigem ABS und EPS. Anfänger hingegen verlassen sich auf ein Automatikgetriebe und Bremshilfen, um nicht vor lauter Frust das Auto absichtlich gegen die Wand zu setzen.
Die Steuerung funktioniert dabei sogar mit der Tastatur überraschend gut, auch wenn die Maus in den Menüs doch etwas fehlt. Einzig in den Drift-Bewerben hat das Handling der Boliden seine Aussetzer. Hier übersteuert der Spieler nämlich unglaublich leicht, was den Spaß an der Rutschpartie doch erheblich schmälert.
Grafisch transportiert das Spiel 1A-Rennsport-Feeling. Die Autos sehen weltklasse aus und durch die äußerst detaillierte Cockpit-Darstellung sowie Grafik-Effekte, die den Spieler die Geschwindigkeit und auch Crashs hautnah spüren lassen, fühlt man sich schon bald mittendrin statt nur dabei. Auch Schäden an den Fahrzeugen wurden optisch spektakulär umgesetzt, auch wenn diese kaum Einfluss auf das Fahrverhalten zeigen. Der gelungene, fette Motorensound tut sein Übriges, um den virtuellen Rennzirkus perfekt auf den heimischen PC zu transportieren.
Fazit: "Need for Speed: Shift" ist ein rasantes Racing-Game, das einen guten Weg zwischen Arcade und Simulation gefunden hat. Durch das Sammeln von Sternen und das Aufleveln des eigenen Fahrers sowie die abwechslungsreichen Rennen bleibt das Spiel für lange Zeit interessant und auch der Online-Modus verspricht weitere Motivation. Schließlich gibt es doch nichts Schöneres, als an den eigenen Kumpels vorbeizubrausen oder diese einfach mal so von der Strecke zu rempeln. Zu kritisieren sind wohl die langen Ladezeiten und die bereits erwähnte extrem schwierige Steuerung der Drift-Bewerbe. Diese gehen leider etwas auf Kosten des Spielspaßes.
Plattform: PC (getestet), Xbox 360, PSP, PS3
Publisher: Electronic Arts
krone.at-Wertung: 8/10
von Stefan Taferner
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