Mo, 23. Juli 2018

Experten gespalten

03.02.2018 11:33

iPhone X: Wie geht es mit dem Luxushandy weiter?

Als das iPhone X angekündigt wurde, schlug ihm sofort viel Skepsis entgegen. Ein Telefon, das schon in der günstigsten Version 1149 Euro kostet? Hat Apple damit schließlich den Bogen überspannt? Zumindest zum Debüt im Weihnachtsquartal lagen die Zweifler falsch.

Das X blieb seit dem Verkaufsstart Anfang November das meistverkaufte iPhone-Modell, wie Apple-Chef Tim Cook bei der Vorlage frischer Quartalszahlen sagte.

Der Konzern blieb sich zwar treu und nannte keine genauen Zahlen zum Verkauf einzelner iPhone-Versionen. Doch der Sprung beim durchschnittlichen iPhone-Verkaufspreis von 695 auf 796 Dollar (639 Euro) ist ein klarer Hinweis: Das bisher teuerste Apple-Handy war zunächst einmal ein Hit. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma Strategy Analytics gelang es Apple mit 77,3 Millionen verkauften iPhones auch wieder einmal, in einem Weihnachtsquartal an Samsung vorbei an die Spitze des Smartphone-Marktes vorzurücken.

Wie geht es mit dem iPhone X nun weiter?
Die Frage ist nur: Geht das so auch weiter, über das Weihnachtsgeschäft hinaus, in dem das Geld möglicherweise lockerer sitzt als sonst? Zuletzt häuften sich Berichte von Analysten und Medien, denen zufolge Apple den Fertigungsauftrag an die Zulieferer deutlich gesenkt habe, was als Zeichen für eine sinkende Nachfrage interpretiert wurde. Solche Informationen aus der weit gefächerten Zuliefererkette hatten sich in der Vergangenheit aber auch schon als wenig verlässlich herausgestellt. Der Ausblick von Apple selbst lieferte jetzt widersprüchliche Signale.

Die Umsatzprognose von 60 bis 62 Milliarden Dollar für das laufende Vierteljahr enttäuschte die Analysten - sie hatten eher mit 65 Milliarden gerechnet. Zugleich versicherte Finanzchef Luca Maestri, dass die iPhone-Umsätze auch in diesem Quartal prozentual zweistellig wachsen werden. Allerdings rechne Apple auch mit einem stärkeren Abfall des durchschnittlichen iPhone-Preises als sonst üblich.

Analyst Tim Long von BMO Financial rechnet auf dieser Basis mit 51 bis 54 Millionen verkauften iPhones im laufenden Quartal, deutlich unter der am Markt erwarteten Prognose bei 58 Millionen Geräten.

„Das iPhone für das nächste Jahrzehnt“
Apple-Chef Tim Cook wurde von einem Analysten denn auch gefragt, ob man davon ausgehen könne, dass künftige iPhone-Modell an das X mit seinem flächendeckenden Bildschirm und Technik wie Gesichtserkennung anknüpfen werden. Cook, der üblicherweise für Äußerungen über künftige Produkte gar nicht zu haben ist, gab einen eher deutlichen Hinweis. Apple habe zum Start gesagt, dass es das iPhone für das nächste Jahrzehnt ist, und stehe dazu, sagte Cook.

Zugleich schränkte der Apple-Chef ein, dass die Entwicklung im Smartphone-Markt insgesamt derzeit schwer vorherzusagen sei. In vielen Ländern behielten Verbraucher ihre Smartphones länger, bevor sie ein neues Geräten kauften - auch weil Subventionen bei Mobilfunk-Anbietern zurückgefahren worden seien. Strategy Analytics ermittelte für den gesamten Markt den bisher höchsten Rückgang von neun Prozent auf 400 Millionen Smartphones. Wenn Apple seine Marktanteile in Zukunft noch steigern wolle, müsse der Konzern dafür günstigere statt teurere Modelle auf den Markt bringen, sagte Analyst Neil Mawston.

App-Entwickler wünschen sich mehr Marktanteil
Höhere Absatzzahlen würden auch von der Gemeinschaft der Software-Entwickler begrüßt werden, die Apps für die iOS-Plattform schreiben. Im Wettbewerb mit der Android-Plattform von Google liegen iPhone und iPad zusammen nach Marktanteilen ohnehin weit hinten. Bislang wird das in Teilen dadurch ausgeglichen, dass Apple-Kunden schneller neue Dienste ausprobieren und auch viel eher bereit sind, für Apps und Services zu bezahlen. Viele Android-User beschränken sich auf kostenlose Apps und Dienste, die durch Werbeanzeigen finanziert werden. Trotz der Wünsche der Entwickler nach höheren Absatzzahlen für iPhone und iPad fuhr Apple bisher aber eher konsequent die Strategie, die Preise zu halten und lieber auf Marktanteile als auf Gewinne zu verzichten. Ein Meinungsumschwung bei Apple-Boss Tim Cook ist nicht absehbar.

 krone.at
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