Mo, 16. Juli 2018

Insekten am Speiseplan

29.01.2018 13:49

Wenn Biene Maja in der Pfanne landet

Im Dschungelcamp werden Kakerlaken bei Mutproben eingesetzt, in der Bibel sind Heuschrecken eine der zehn Plagen und in Europa gelten viele Insekten als Schädlinge. Doch in weiten Teilen der Welt sind sie beliebte Lebensmittel. Bald auch bei uns?

Insekten haben oft mehr Beine als die meisten anderen Lebewesen. Manche fliegen, springen oder kriechen und ihre Körper sind mitunter von einem Panzer, Hörnern oder Borsten bedeckt. Man könnte die artenreichste Tierklasse der Erde aber auch als reich an Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen beschreiben.

Ungefähr zwei Milliarden Menschen essen regelmäßig Insekten
Außerdem schmecken einige nach Nüssen und werden geröstet als Snacks in Bars serviert. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass für rund zwei Milliarden Menschen Insekten regelmäßig auf der Speisekarte stehen.

Dass wir heute in Europa über Insekten als Lebensmittel sprechen, hat einen ernsten Hintergrund. Viele Experten sehen in ihnen die Möglichkeit die Menschen auch in Zukunft mit tierischen Proteinen zu versorgen. Ihre Zucht benötigt weniger Rohstoffe, Platz und verursacht weniger Emissionen. Zudem können Insekten besser verarbeitet werden als eine Kuh (siehe Grafik).

In Österreich seit Jänner klare Leitlinien
In Österreich sind die Krabbler daher auf dem Vormarsch, sind in immer mehr Küchen gerne gesehen – als Zutat. Das Lebensministerium hat im vergangenen Jahr eine eigene Leitlinie für Insekten als Lebensmittel herausgegeben. Sie enthält Vorschriften zur Zucht, Tötung und welche Arten in welchem Stadium verkauft werden dürfen. Derzeit sind bei uns zehn Arten als Lebensmittel gekennzeichnet (Siehe Daten-Fakten). Seit 1. Jänner 2018 können Hersteller eine Zulassung für insektenhaltige Produkte bei der EU beantragen.

Stellt sich die Frage: Welchen Stellenwert werden Insekten als Nahrungsmittel einnehmen – Gaumenkitzel und Delikatesse für besondere Anlässe oder regelmäßig am Speiseplan?

Philipp Stewart, Kronen Zeitung

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