Mo, 23. Juli 2018

Heumarkt-Turm zu hoch

19.01.2018 07:32

Wiener Innenstadt bald nicht mehr Weltkulturerbe

Die Wiener Innenstadt könnte demnächst den UNESCO-Status als Weltkulturerbe verlieren. Denn der geplante Turm am Heumarkt "gefährdet das kulturelle Erbe", wie die Organisation mitteilte. Wiens historischer Stadtkern wurde daher auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt, zu den zwölf am meisten gefährdeten Kulturerbestätten Europas. Die UNESCO verlangt unter anderem die Reduktion der Höhe des Turms von 66 auf höchstens 43 Meter. Von der Stadt Wien gab es bislang keine Reaktion.

Das historische Zentrum Wiens wurde im vergangenen Juli von der UNESCO auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Grund ist das geplante Hochhaus am Heumarkt, das mit einer Höhe von 66 Metern das Innenstadtensemble nach Ansicht der UNESCO maßgeblich beeinträchtigt. Österreich - der offizielle Vertragspartner der UNESCO - hat noch bis 1. Februar Zeit, dem Welterbekomitee ein Update über den Erhaltungszustand der Welterbestätte zu übermitteln.

"Diese Shortlist ist in erster Linie als Handlungsaufforderung gedacht. Wir rufen die öffentlichen und privaten Akteure auf lokaler, nationaler und gesamteuropäischer Ebene dazu auf, gemeinsame Anstrengungen zur Rettung dieser Kulturschätze zu unternehmen, die unsere gemeinsame Geschichte erzählen und für künftige Generationen gerettet werden müssen", appellierte Denis de Kergorlay, Exekutivpräsident von "Europa Nostra", dem Verbund nichtstaatlicher Denkmalschutzorganisationen mit Sitz in Den Haag.

Grünes Vorzeigeprojekt könnte UNESCO-Status kosten
Sollte an den Heumarkt-Plänen unter der Federführung von Wiens Grünen-Chefin Maria Vassilakou unverändert festgehalten werden, droht als nächster Schritt die Aberkennung des 2001 verliehenen Welterbestatus. Die UNESCO verlangt unter anderem die Reduktion des Turms auf höchstens 43 Meter. Die Entscheidung über den Welterbestatus trifft das Welterbekomittee bei seiner nächsten Sitzung, sagte Gabriele Eschig, Generalsekretärin der österreichischen UNESCO-Kommission. Diese findet von 24. Juni bis 4. Juli in Bahrain statt.

Auf der Liste stehen außerdem unter anderem das Kloster und die Eremitage von Gareji in Georgien, das Schloss Sammezzano in der Toskana, die prähistorischen Höhlenmalereien in der Provinz Cadiz in Spanien und das griechische Waisenhaus auf der Prinzeninsel Prinkipo. Sie wurden aufgrund ihrer außerordentlichen Bedeutung für das kulturelle Erbe sowie ihrer unmittelbar drohenden Gefährdung ausgewählt, hieß es in einer Aussendung. Einige der Stätten seien durch "Vernachlässigung oder unangemessene Neubauprojekte, andere wegen fehlender Mittel oder Fachkenntnisse" bedroht. Eine Liste der sieben am meisten gefährdeten Stätten des Kulturerbes wird am 15. März veröffentlicht.

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