17.01.2018 13:06 |

Rechnungshof-Schelte

Gangbetten: Management versagte auf jeder Ebene

Ältere werden auf den Flur verfrachtet, auch Kinder liegen in Gangbetten – die Situation ist seit vielen Jahren unerträglich. Die Profi-Prüfer des Wiener Stadtrechnungshofes sahen sich die Situation in Häusern des Krankenanstaltenverbundes an und diagnostizierten ein breit gefächertes Managementversagen auf allen Ebenen.

Gegen Gangbetten könne man eben nichts machen, heißt es lapidar seit Jahren aus dem Krankenanstaltenverbund (KAV) und den Büros von Gesundheitstadträtinnen. Klar ist: Das Versagen geht bis zu Sonja Wehsely zurück, die sich ja bekanntlich in einen hoch dotierten Job bei Siemens flüchten konnte. Ganz so rätselhaft ist das Gangbettendilemma aber nicht, wie der Rechnungshof nun herausfand:

Denn im Jahresvergleich 2006 mit 2016 stellte sich heraus, dass die Zahl der systemisierten Betten in den Spitälern stark sank: von 9068 auf 8217. Das sind minus 9,4 Prozent. Angestiegen ist dafür die Zahl der gesperrten Betten: von 970 auf 1183. Gesperrte Betten gibt es etwa durch Personalmangel in geschlossenen Stationen. Der Stadtrechnungshof schreibt: "Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass im gleichen Zeitraum die Bevölkerung Wiens um 11,4 Prozent anstieg."

Mehr Bevölkerung, weniger Betten
Mehr Bevölkerung, weniger Betten – Gangbetten scheinen nur den Krankenanstaltenverbund zu überraschen. Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der ÖVP Wien: "Der Rechnungshof kritisiert scharf: Managementfehler des KAV führen zu enormen Risiken für die Patienten und für das gesamte Personal, das in den Krankenhäusern tätig ist." Stichwort Brandgefahr.

Michael Pommer und Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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