Kärnten hat sein Lieblingsthema wieder; oder zumindest das für Besserwisser aller Lager und Länder: die „Ortstafelfrage“. Dutzende Male wurde sie schon diskutiert, Dutzende Male stand sie „kurz vor einer Lösung“. Und immer schlief sie dennoch wieder ein, um bei politischem Bedarf geweckt zu werden.
Da unken dann die einen von „großslowenischen Bestrebungen“ und die anderen vom „Untergang einer Kultur“.
Was die breite Mehrheit der Bevölkerung in Süd- und im übrigen Kärnten will, bleibt auf der Strecke; nämlich Ruhe vor dem Dauerthema, weil Land und Leute andere Sorgen haben.
Als die bislang letzten Ortstafeln verrückt oder eingesetzt wurden, zeigten die Menschen, wieviel sie das interessiert. Bis auf eine Handvoll Schaulustiger und zwei Handvoll herangekarrter Berufsdemonstranten kam niemand hin. Und ein Südkärntner zeigte, wie man’s auch halten kann: Er gab zuerst dem ORF eine deutschsprachige Wortspende und wechselte dann die Straßenseite, um RTV Ljubljana ein Interview zu geben; auf slowenisch freilich.
Wem wirklich eine vielleicht endgültige „Ortstafellösung“ am Herzen liegt, der muss sie in Ruhe und gemeinsam, aber beharrlich suchen. Sogar Jörg Haider war einmal fast dran, hat dann aber das Ziel wieder aus den Augen verloren.
Diktate aus Wien, Zurufe aus Laibach oder auch Ideen wie die von SP-Obmann Reinhart Rohr, eine Lösung ohne die Mehrheitspartei BZÖ verordnen zu wollen, bringen nichts.
Dann würde sich doch wieder einer finden, der eine Tafel beschmiert oder umreißt. Und genau das braucht Kärnten am allerwenigsten. Darüber würden sich nur die Scharfmacher freuen; hüben wie drüben…
von Hannes Mößlacher, Chefredakteur "Kärntner Krone"
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.