Gewaltiges Ausmaß

35 Tonnen Kriegsrelikte jährlich aus Seen geholt

Kärnten
18.08.2009 17:07
Der spektakuläre Fund einer Phosphor-Granate aus dem Zweiten Weltkrieg im Wörthersee hat bei vielen Menschen für Verunsicherung gesorgt. Für Badegäste besteht jedoch keine Gefahr: Die Experten des Entminungsdienstes tauchen zur Sicherheit jedes Jahr an Kärntens großen Seen die Strandbäder ab.

„Kärnten ist das Bundesland, in dessen Seen wir die meisten Relikte aus den beiden Weltkriegen finden“, weiß Gerhard Proksch, Leiter des Entminungsdienstes des Innenministeriums.

35 Tonnen Kriegsmaterial pro Jahr 
Dass sowohl die Alliierten als auch das Nazi-Regime Unmengen an Waffen und Munition vor allem in Kärntens größte Seen gekippt haben, ist für viele Kärntner natürlich kein Geheimnis. Das Ausmaß der Relikte, die nach wie vor in der Tiefe verborgen liegen, ist jedoch gewaltig. „Wir bergen pro Jahr bis zu 35 Tonnen Kriegsmaterial aus den Kärntner Seen. Der Entminungsdienst steht schon seit Ende der Sechzigerjahre im Einsatz“, weiß Proksch.

Die Profitaucher gehen dabei mit Sonar-Messgeräten vor allem in den Strandbädern auf die Suche nach den Überbleibseln aus den Kriegen. „Damit gehen wir sicher, dass die Strandbäder frei sind und für die Badegäste keine Gefahr besteht“, so Proksch weiter. Dass in Ufernähe, wie vergangene Woche im Wörthersee, ein Relikt gefunden wird, sei die Ausnahme.

Warnung: Fundstücke nicht angreifen!
Und sollten Taucher dennoch ein Relikt finden, ist höchste Vorsicht geboten. Da die Munition noch scharf sein kann, warnen Experten davor, die Fundstücke anzugreifen. Stattdessen sollte unverzüglich die nächste Polizeidienststelle alarmiert werden.

von Thomas Leitner, "Kärntner Krone"
Symbolbild

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