"Krone"-Interview

Wird Claudia Haider die erste Frau im Staat?

Kärnten
17.08.2009 10:02
Claudia Haider, die Witwe des vor bald einem Jahr verunglückten Kärntner Landeshauptmannes, ist bekannt und beliebt. Nicht nur im südlichsten Bundesland. Jetzt wurde sie als Kandidatin für die Bundespräsidentenwahl ins Gespräch gebracht. Darüber sprach sie mit "Kärntner Krone"-Chefredakteur Hannes Mößlacher.

Frau Haider, wollen Sie wirklich an die Spitze unserer Republik?
Diese Idee stammt von Bündnissprecher Seppi Bucher. Er hat gemeint, dass es an der Zeit wäre, dass eine parteiunabhängige Frau kandidiert. Es hat mich dann sehr geehrt, dass er mich vorgeschlagen hat. Um es aber klar zu sagen: Es kommt für mich nicht in Frage, dass ich mich der Wahl stelle.

Warum eigentlich nicht. Ist Politik für Sie denn kein Thema?
Ich habe genug Selbsteinschätzung, um zu wissen, was ich kann. Mein Lebensmittelpunkt bleibt Kärnten. Außerdem bin ich in einigen karitativen Bereichen tätig. Da haben die Leute sehr großes Vertrauen zu mir.

Also keine Zeit für Politik?
Im Moment sicher nicht. Ich habe die Forstwirtschaft im Bärental, die ich leite. Und ich beschäftige mich gemeinsam mit Freunden und viel Liebe mit der Grabgestaltung für meinen Mann.

Der erste Todestag steht jetzt kurz bevor…
Eben. Und da nimmt auch die Trauer in meinem Leben noch einen großen Platz ein. Derzeit finde ich viel Trost und neue Perspektiven in der Kunst. Ich besuchte die Salzburger Festspiele, eine Kirchenoper, die Krastaler Passionsspiele und vieles mehr.

Da treffen Sie viele Menschen. Wie waren die Reaktionen auf den Vorschlag der Kandidatur?
Überraschend positiv. Ich bin ständig  darauf angesprochen worden. Es freut mich wirklich, dass man mir das zutrauen würde. Die Reaktionen kamen aus ganz Österreich. Ich habe zahllose Gespräche führen dürfen.

Was erwarten die Leute denn vom Amt des Bundespräsidenten?
Es ist eine rege Diskussion im Gange, dass die Kandidaten wirklich unabhängig sein sollten. Das hat es noch nie gegeben. Die Menschen  wollen an der Spitze des Staates einfach keine Parteipolitik haben. Und: Die Zeit wäre tatsächlich reif für eine Frau.

Doch nicht für Sie?
Nein, aber ich bin überzeugt davon, dass es in Österreich viele Frauen gibt, die parteiunabhängig sind, und absolut in der Lage, das höchste Amt im Staate auszufüllen. 

Wen würden Sie gerne als nächsten Bundespräsidenten Österreichs sehen?
Schauen wir einmal, welche Kandidaten es gibt. Meine Präferenz wäre eine unabhängige Frau.

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