Mit dem Streik am Mittwoch haben die rund 100 Beschäftigten des italienischen Kühlvitrinenherstellers, der seinen Standort im Gailtal mit Oktober schließt, ihre Drohung in die Tat umgesetzt. Nach den Kündigungen vor wenigen Tagen erwarten sich die Mitarbeiter zumindest einen fairen Sozialplan, die Konzernleitung aber blieb bis dato hart.
"Arbeitsplätze unterm Hintern weggenommen"
Auch die dritte, fünfstündige Verhandlung am Dienstag hatte kein zufriedenstellendes Ergebnis für die Intercold-Mitarbeiter gebracht: „Es gibt kein Geld für eine Arbeitsstiftung, für ältere Arbeitnehmer als Überbrückung bis zur Pension keinerlei Absicherung“, so Gernot Kleißner von der Gewerkschaft. „Den Leuten werden die Arbeitsplätze ja quasi unterm Hintern weggenommen“, bedauert Kleißner die fast 100 Mitarbeiter, mit denen auch ihre Familien leiden.
Bereits vergangene Woche wurden die ersten Maschinen abgeholt und nach Italien gebracht. Auch am Mittwoch fuhren italienische Mitarbeiter nach Hermagor um Anlagenteile abzubauen.
Streik am Mittwochabend vorerst beendet
Dem wirkten die Beschäftigten des Gailtaler Unternehmens aber entschlossen entgegen und streikten: Gewerkschafter blockierten die Einfahrt zum Betriebsgelände, in der Firma selbst gab es einen Sitzstreik. Abwechselnd versuchten die Mitarbeiter den Abtransport der Anlagen zu verhindern, indem sie sich auf die Produktionsmaschinen setzten. Der Streik sollte ursprünglich bis Freitag andauern, durch die Einigung am Mittwochabend ist dies aber hinfällig.
Intercold droht mit Entlassungen
Laut Anwalt es italienischen Unternehmens entstehe durch jeden Streiktag ein Schaden von rund 50.000 Euro. Das Unternehmen akzeptiere das Streikrecht, der Entzug von Firmeneigentum könne aber zu Entlassungen führen. Der Konzern sei weiters bereit vor einem Schiedsgericht und im Beisein der Sozialpartner über den Sozialplan weiter zu verhandeln.
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