Als General im antiken China gibt es neben der bedingungslosen Loyalität zur Herrscherfamilie nur ein erstrebenswertes Ziel: Ruhm und Ehre für alle Ewigkeit! Als kühler strategischer Schlachtlenker oder gefürchteter Krieger gilt es daher das Reich zu vereinen und zu vergrößern. Welcher Spielweise der Vorzug gegeben wird, entscheidet der Spieler nach Erstellen seines Charakters, ob Männlein oder Weiblein, selbst. In der Rolle des Herrschers werden in einer Art "Risiko" die nächsten Spielzüge geplant. Dabei darf nicht nur bestimmt werden, in welche Ländereien das eigene Heer als nächstes einrückt, sondern auch, wie viel dieses verdient und wie es ausgerüstet wird. Mit Hilfe von Aktionskarten, die allerdings Ressourcen kosten, können bestimmte Fähigkeiten verbessert werden.
Richtig ins Schwitzen kommt man allerdings erst in der Rolle eines Offiziers, der sich nach einer kurzen taktischen Phase, in der gegen Bares beispielsweise Attribute wie die Angriffskraft verbessert werden können, schnell im Schlachtengemetzel wiederfindet und sich Schwert schwingend durch die auf ihn einströmenden Gegnermassen pflügt – was vom Spieler verstärkten Daumen-Einsatz fordert. Was außer Metzeln noch zu tun ist, geht aus den Aufträgen des Herrschers hervor. Alternativ darf jedoch auch als Söldner angeheuert und, sollte einem die Obrigkeit zu sehr auf die Nerven gehen, der Aufstand gegen den Herrscher gewagt werden. Dies bringt zumindest ein wenig Abwechslung in das ansonsten recht monotone Button-Smashing.
Zumeist gilt es neben dem Erobern von strategisch wichtigen Stützpunkten nämlich Fahnenträger und insbesondere Anführer mit ein paar gezielten Hieben niederzustrecken und so das große Zittern beim restlichen Fußvolk auszulösen. In Panik ergreifen die gegnerischen Soldaten daraufhin die Flucht, wobei sie von ihren übernatürlichen Fähigkeiten profitieren dürften. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie vor den eigenen Augen in eine Sackgasse flüchten und sich dort unvermutet in Luft auflösen? Kritische Geister werden hier von unsauberer Programmierung sprechen, aber wer weiß schon genau, was im antiken China so alles möglich war.
Mit jedem gefallenen Gegner wird eine Energieanzeige aufgeladen, die es schließlich erlaubt, einen mächtigen Spezialschlag auszuüben. Das ist auch bitter nötig, denn der Schwierigkeitsgrad wankt beachtlich. Während das reine und in fast unüberschaubaren Massen auftretende Fußvolk leichte Beute ist, setzen sich die diversen Anführer doch entschiedener zur Wehr. Insbesondere die feindlichen Offiziere mit ihren Spezialattacken verlangen das ganze Können des Spielers.
In optischer, Hinsicht gleicht der Titel über weite Strecken dem Vorgänger "Dynasty Warriors 6", wobei einige Verbesserungen wie Wettereffekte oder detailliertere Umgebungen vorgenommen wurden. Aufpoppende Objekte wie Büsche und Bäume, die stets gleich aussehenden Soldatenscharen sowie matschige Texturen zeigen aber deutlich, dass hier seitens der Entwickler Potential verschenkt wurde. In punkto Sound muss leider auf eine deutsche Sprachausgabe verzichtet werden – die Chinesen sprechen allesamt fließend Englisch. Sehr gut hingegen die fernöstlich angehauchten Rhythmen, die allerdings nicht jedermanns Geschmack sein dürften.
Fazit: "Dynasty Warriors 6 Empires" hinterlässt zwiespältige Gefühle: Einerseits sorgt das Aufmischen der Truppen anfangs für Kurzweil, andererseits wird es trotz diverser Aufträge schnell eintönig. Hinzukommt, dass sich die technische Umsetzung nicht ganz auf der Höhe der Zeit befindet und einige Schwächen offenbart. Fans der Serie wird dies alles nicht sonderlich kümmern, der Durchschnittsspieler mit Hang zu gepflegtem Hack'n'Slay findet am Markt allerdings bessere Vertreter.
Plattform: Xbox 360 (getestet), PS3
Publisher: THQ
krone.at-Wertung: 6/10
von Harald Kaplan
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