Im Salzkammergut hat man zwar immer eifrig dementiert - so richtig überraschend kam der Konkursantrag des SV Bad Aussee beim Landesgericht Leoben aber für niemanden. Wenn auch offiziell der Absprung von Hauptsponsor Trenkwalder und die Wirtschaftskrise Schuld an der Pleite sind.
"Konkursverschleppung"
"Fakt ist aber, dass die jetzige Vereinsführung seit über einem Jahr Prozesse mit Spielern wegen ausstehender Gehälter führt", stellt Dr. Rudolf Novotny von der Fußballer-Gewerkschaft klar, "und da sind wir dann eigentlich bei einer Konkursverschleppung."
Verband und Liga "haben Aufsichtspflicht vernachlässigt"
In der heurigen Saison haben die Spieler sogar schon mit Streik gedroht, um wenigstens Teile ihres Geldes zu bekommen - volle zwei Monatsgehälter sind aber noch immer offen. "Wenn ein Verein aus der Vorsaison Schulden hat und in der neuen wieder Schulden macht, kann das nur im Konkurs enden", schüttelt Novotny den Kopf. "Und da muss sich der Verband und die Bundesliga hinterfragen, die haben beide ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt."
Masseverwalter am Ball
Der Ball liegt jetzt beim Masseverwalter - nur er entscheidet, wie es weitergeht. Stellt er den Spielbetrieb ein, darf Großklein doch in der Landesliga bleiben. Keine Spiele gibt's heuer in Pistorf, Oberhaag, Mellach, Grambach, Murfeld und beim ESV Eisenerz - diese Klubs haben den Spielbetrieb wegen finanzieller Probleme bereits einstellen müssen.
von Marcus Stoimaier, "Steirerkrone"
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