Neues Zuhause

Die Bartgeier heben nun in Kärnten ab

Kärnten
11.06.2009 20:48
„Eustachius“ und „Maseta“ sind quasi noch „Babys“, dennoch sind die beiden Bartgeier schon so groß wie erwachsene Steinadler. Die „Krone“ durfte sie exklusiv besuchen.

„Sitzen und viel Schlafen“ – junge Bartgeier sind faul und verbringen viel Zeit mit dem Nichtstun. Stundenlang beobachtet Bartgeier-Ziehpapa Michael Knollseisen seine Zöglinge im Mallnitzer Seebachtal bei ihren spärlichen Versuchen, flügge zu werden.

Und eines ist seit der Freilassung klar: Zuneigung gibt’s zwischen der temperamentvollen Spanierin „Eustachius“ und der Wahl-Tirolerin  „Maseta“, die in Wien geboren wurde, nicht.

Größter Vogel Europas wird dauerhaft angesiedelt
Knapp 30 Meter auseinander hocken die beiden jungen Bartgeiermädchen in ihren Horsten, in die sie kürzlich gesetzt wurden; im Rahmen jenes Programms, mit dem der größte Vogel Europas, der vor mehr als 100 Jahren verschwunden ist, wieder dauerhaft angesiedelt werden soll. 150 Bartgeier wurden seit 1986 im gesamten Alpenraum ausgewildert.

Doch bevor „Euchstachius“ – damit ist übrigens der Schutzpatron der Jäger gemeint, die die Patenschaft übernommen haben – und „Maseta“ abheben können, müssen die Jungtiere erst weiter aufgezogen werden.

Ein stressiger und vor allem schweißtreibender Job für die Geier-Betreuer. Zunächst mussten die Jungen, die ja noch nicht fliegen können, natürlich zum Horst getragen werden, die „Krone“ war mit dabei.

Beschwerlicher Fußmarsch zum neuen Zuhause
Auf den Schultern von Nationalpark-Ranger Walter Pucher treten die Geier die beschwerliche Reise an. Beschwerlich vor allem für Walter Pucher; immerhin sind die drei Monate alten Bartgeier mit einer Flügelspannweite von gut zwei Metern schon so groß wie ein ausgewachsener Steinadler. Nach einem 45-minütigen Fußmarsch mit einigen Kletterpassagen und Pausen zum Durchschnaufen ist das neue Zuhause der Geier erreicht. 

Und kaum am Horst angekommen, stellt Nationalparkreferent Uwe Scheuch fest: „Schönheiten sind sie ja nicht gerade!“ Wie auch Landesjäger-Vize Walter Brunner ließ es sich Scheuch nicht nehmen, einmal hautnah an der Freilassung teilzunehmen. 

Es ist kaum zu glauben, aber in einigen Jahren wird ihr gefiederter Kopf, ihre rot umrandeten Augen, ihr weiß oder braun gefiederdes Brustkleid und die silbrig schimmernden Schwungfedern die beiden zu den schönsten Vertretern der Geiersippe machen.

Heimliche Besuche in der Abenddämmerung
Doch bis es soweit ist, werden die beiden noch oft heimlichen Besuch von Michael Knollseisen bekommen. „Alle drei Tage steige ich in der Abenddämmerung zum Horst auf, um die Tiere zu füttern. So wissen sie am Morgen nicht, wer ihnen das Frühstück gebracht hat.“ Aufgetischt wird ihnen übrigens Straßenfallwild, denn der größte Greifvogel Europas ist ein reiner Aasfresser und zu Unrecht als „Lämmergeier“ verschrien gewesen.

Schon in den kommenden Tagen sollten die beiden Bartgeier ihre ersten Flugversuche unternehmen.

Für alle Interessierten starten übrigens täglich ab 10 Uhr Bartgeier-Beobachtungen beim Ankogelbahn-Parkplatz in Mallnitz. Infos zu diesen Ausflügen gibt es unter 04784/701.

von Hannes Wallner, "Kärntner Krone"

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