Tödliche Neugier

Bub schaltet “Maschine Marke Eigenbau” ein – tot

Steiermark
30.04.2009 19:39
Das Hantieren mit einer "Maschine Marke Eigenbau" hat am Mittwoch auf einem Bauernhof in Straden (Bezirk Radkersburg) ein tragisches Ende genommen. Das Gerät hatte die Neugierde eines Achtjährigen erregt. Vor den Augen des älteren Bruders und eines Freundes schaltete er das "Werkl" ein - und wurde in die rotierende Maschine gezogen. Der Bub ist tot.

Mit seinem speziellen Gartenbau - er züchtet 180 Paradeis- und 40 Chilisorten - ist Johann U. (46) weit über die Grenze von Straden hinaus bekannt und gefragt.

Während der Steirer in einem Tomatentunnel arbeitete (die gleichaltrige Frau war im Wohnhaus), spielten die Söhne Joachim (8) und Jan (10) sowie ihr gemeinsamer Freund Julian P. (11) im Freien. Dabei erregte eine im Wirtschaftsgebäude abgestellte, eigenartige Maschine die Neugierde der Buben. Dabei handelt es sich um ein einen Meter hohes Gerät, das der Vater anfertigen hatte lassen, mit dem Folien im Nu um einen rotierenden Stock gewickelt werden können.

Kind hatte "nicht den Funken einer Chance"
Gegen 18 Uhr schaltete Joachim das "Werkl", das unter Strom stand, ein - und dabei kam es zur Tragödie. "Vor den Augen der anderen Buben ist das Kind mit dem Gewand in die rotierende Zapfwelle geraten", so ein erhebender Beamter, "gegen den 7,5 PS starken Motor hatte es nicht den Funken einer Chance." Und: "Ich selbst bin auch fertig, denn ich kenne die Familie schon seit vielen Jahren..."

Der Volksschüler wurde mit dem Kopf gegen den Betonboden geschleudert. Die Freunde alarmierten die Eltern; ÖAMTC-Hubschrauber und Notarzt waren rasch zur Stelle. Doch für den Achtjährigen kam jede Hilfe zu spät. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Kopfverletzungen. Die Familie wird psychologisch betreut.

von Manfred Niederl ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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