Muss Boss gehen?

KABEG-Aufsichtsrat stimmt für Kopernas Abgang

Kärnten
17.04.2009 18:36
Die Tage des medizinischen Direktors am Landeskrankenhaus Klagenfurt, Thomas Koperna, dürften gezählt sein. Nachdem mehr als 300 Spitalsärzte vor zwei Tagen in einer Resolution den Rücktritt Kopernas gefordert hatten, beriet am Freitag der Aufsichtsrat der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft (Kabeg) über die Causa. Das - politisch besetzte - Gremium beschloss einstimmig, dass der medizinische Leiter umgehend abberufen werden soll. Der Kabeg-Vorstand stimmte dem allerdings zu...

In welcher Form die Ablöse Kopernas, dessen Vertrag noch vier Jahre läuft, abgewickelt werden soll, ist noch unklar. Der Kabeg-Vorstand wurde damit beauftragt, die Modalitäten des Ausscheidens des medizinischen Direktors auszuverhandeln.

Kritikpunkte: Führungsstil und Mitarbeiter-Umgang
Hauptvorwürfe gegen Koperna waren sein Führungsstil und sein Umgang mit Mitarbeitern. Zudem äußerten einige Mediziner die Kritik, dass Koperna mehr an der Erreichung der wirtschaftlichen Vorgaben interessiert sei als an der Weiterentwicklung der Medizin. Der Betroffene selbst weist sämtliche Vorwürfe zurück, als Leiter eines derart großen Unternehmens gebe es eben immer wieder Divergenzen, so seine Argumentation.

Vorstände: Ablöse wäre "schwerer Schaden"
Rechtlich kann nur der Vorstand den Direktor von seinem Posten abberufen. Die Kabeg-Vorstände Dieter Errath und Johann Marhl haben jedoch nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag erklärt, dem Beschluss auf Abberufung Kopernas nicht Folge leisten zu wollen. Beide Vorstände sähen keinerlei sachlichen Grund dafür - eine Ablöse würde "schweren Schaden" anrichten, so Marhl.
 
Damit bleibt für die Politik nur noch die Möglichkeit, mittels Eigentümerweisung ihren Wunsch gegenüber dem Kabeg-Vorstand durchzusetzen. Ob eine solche Weisung erteilt werden wird, war am Freitag aber noch unklar.

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