Wie ein Schatten

Tenchu: Shadow Assassins

Spiele
27.03.2009 13:47
Lautlos und geschmeidig bewegt er sich einem Schatten gleich durch die Dunkelheit. Wenn seine Gegner ihn bemerken, ist es bereits zu spät. So plötzlich er aufgetaucht ist, so schnell ist er auch wieder verschwunden. Der Ninja, der lautlose Attentäter, spielt in in Ubisofts Schleich-Game "Tenchu: Shadow Assassins" die Hauptrolle.

Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle von Rikimaru und Ayame. Die nicht sehr außergewöhnliche Story, die aber die einzelnen Missionen wenigstens ordentlich miteinander verbindet, beginnt mit der Entführung der Tochter von Lord Gohda. Rikimaru macht sich auf, um diese aus den Fängen der Entführer zu befreien.

Als Ninja ist man zwar eine tödliche Waffe, aber kein wild um sich schlagender Draufgänger. Somit gilt es primär unerkannt zu bleiben und an den Gegnern vorbeizuschleichen oder  diese - wenn schon, denn schon – zumindest geräuschlos zu beseitigen. Die erste der insgesamt zehn Missionen dient als Tutorial, um sich mit der Steuerung vertraut zu machen. Hier lernt der junge Ninja, sich von Gebüsch zu Gebüsch zu bewegen, Lichtquellen auszuschalten, in Mauervorsprüngen Schutz zu suchen oder sich blitzschnell auf den Feind zu stürzen.

Während für das Abrollen kräftig die Wii-Fernbedienung zu schwingen ist, gilt es bei Attacken zuzustoßen, um die Klinge in den Leib des Opfers zu bohren oder mit einer Drehung das Genick des Widersachers zu brechen. Natürlich dürfen in weiterer Folge auch nicht die typischen Wurfsterne fehlen. Um Laternen auszumachen gibt es einerseits die Möglichkeit, die Flamme einfach auszublasen. Wer hingegen die störende Helligkeit aus größerer Entfernung in die schützende Dunkelheit verwandeln möchte, kann andererseits im Spiel verstreute Wasserspritzen aufsammeln.

So schleicht man mordend mit Rikimaru durch den ersten Abschnitt und versucht zwischendurch, den verräterisch miauenden Miezekätzchen aus dem Weg zu gehen, um die Wachen nicht unnötig in Alarmbereitschaft zu versetzen. Scheitert das Vorhaben, hat der Ninja glücklicherweise noch ein As im Ärmel: Mittels uralter Ninja-Magie entschwindet er mit lautem Knall in einer hübschen Rauchwolke, um kurz darauf für einen neuen Versuch am letzten Speicherpunkt wieder aufzutauchen. 

Leider machen jedoch nicht nur Katzen und Wachen dem Ninja zu schaffen, auch die schwammige Steuerung setzt ihm zu. Wer weder die erforderliche Präzision noch ein ruhiges Händchen mitbringt, wird mehr als nur ein Mal entdeckt werden und daraufhin von vorne beginnen müssen. Dabei wäre es angesichts der tölpelhaften Gegner-KI doch so leicht, nahezu ungeschoren durchs Spiel zu kommen. Warum Wachen etwa ihren getöteten Kameraden partout nicht entdecken wollen, bleibt rätselhaft. 

Nicht minder rätselhaft ist, warum nahezu alle Gegner sich bis aufs Haar gleichen. Davon abgesehen ist die Grafik jedoch recht nett anzuschauen. Trotz einiger Patzer wurde das alte Japan detailreich und atmosphärisch inszeniert. Auch die Musik ist in sich äußerst stimmig und passt sich gekonnt an das optische Geschehen an.

Fazit: Es wäre so schön gewesen. Als Ninja in Verbindung mit den Wii-Steuerungsmöglichkeiten durch die Nacht zu schleichen hätte einiges an Potential gehabt. Die schwammige Steuerung und die miserable Gegner-KI sorgen bei "Tenchu: Shadow Assassins" jedoch leider dafür, dass aus dem erhofften Spaß eine mühevolle und frustrierende Angelegenheit geworden ist - und das Nunchuk schnell wieder in der Ecke landet.

Plattform: Wii (getestet), PSP
Publisher: Ubisoft
krone.at-Wertung: 5/10

von Harald Kaplan

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