21.03.2009 18:16 |

Gasleitung undicht

Unglücksursache nach Explosion geklärt

Nach der folgenschweren Gasexplosion in einem Bauernhaus im niederösterreichischen Hagenbrunn in Bezirk Korneuburg, bei der am Freitag der 63-jährige Hauseigentümer schwer verletzt und seine Frau getötet wurden, ist die Ursache für das Unglück laut Polizei vermutlich geklärt. Wie Chefinspektor Rudolf Scheidl, Leiter der Brandgruppe des Landeskriminalamtes Niederösterreich mitteilte, war eine zum Haus führende Abzweigung der Hauptgasleitung defekt geworden. Offen ist die Schuldfrage, der Fall wurde der Staatsanwaltschaft Korneuburg übertragen.

Aus der defekten Leitung im Erdreich sei vermutlich über mehrere Wochen Erdgas ins Mauerwerk des Hauses gelangt. Bis zu jenem Zeitpunkt, als es ein fünf- bis 18-prozentiges Luft-Gasgemisch erreichte. Dieses sei "hochexplosiv". Ein Funke genüge für eine Detonation. Zu dieser kam es dann tatsächlich am Freitag.

Bilder vom Unglücksort findest du in der Infobox!

Parallele zu Explosion in Wilhelmsburg
Scheidl verglich die Ursache für die Explosion in Hagenbrunn mit jener in Wilhelmsburg (Bezirk St. Pölten): Als am 2. Dezember 1999 in der Gemeinde ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einer Gasexplosion komplett in sich zusammen sackte, kamen zehn Menschen ums Leben. Die jetzige Ursache im Bezirk Korneuburg sei "genauso gelagert", so der Kriminalist.

Schuldfrage muss erst geklärt werden
Noch unklar ist laut Scheidl die Schuldfrage, der Fall wurde der Staatsanwaltschaft Korneuburg übermittelt. Die EVN sei für die Gasleitung zuständig, Wienstrom für eine Elektroleitung, die über der Gasleitung neu verlegt wurde. Hierbei könnten im Zuge der Arbeiten Vibrationen verursacht worden sein, die wiederum Beschädigungen an der Abzweigung der Gasleitung verursacht haben könnten. Scheidl rechnet damit, dass seitens der Staatsanwaltschaft zwecks weiterer Erhebungen Gutachter beauftragt werden.

Christian Neubauer, Sprecher von Wien Energie, betonte, man sei in hohem Maße an einer Aufklärung des Unglücks interessiert. Status quo seien nun Überprüfungen seitens der Behörde. Wien Energie unterstütze diese "mit allen Möglichkeiten". Selbiges war von der EVN zu hören: Seit Freitag seien bereits EVN-Spezialisten in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt an Ort und Stelle im Einsatz.

Gas entzündete sich nach Einschalten des Elektroherds
Der 63-jährige Hauseigentümer war Freitag früh in die Küche gegangen, um Essen zuzubereiten. Dabei dürfte er einen sonderbaren Geruch wahrgenommen haben. Nachdem er den Elektroherd in der Küche eingeschalten hatte, kam es zur Detonation.

Frau unter Trümmern verschüttet
Nachbarn, die einen lauten Knall hörten, alamierten sofort die Rettung. Dem 63-Jährigen gelang es, sich in den Innenhof zu retten, trotzdem erlitt er schwere Verbrennungen im Gesicht und an den Händen. Er wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Korneuburg gebracht. Seine 59-jährige Frau befand sich zum Zeitpunkt des Unglücks noch im Schlafzimmer und wurde durch die eingestürzten Gebäudeteile verschüttet. Nach ihrer Bergung durch Einsatzkräfte der Feuerwehr konnte der Notarzt nur mehr den Tod feststellen.

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