Obwohl er in der Vergangenheit nicht gerade wenigen Menschen das Gehirn ausgesaugt hat, hat Crypto sein Ziel mit der Zeit aus den Augen verloren. Sein Job als Neo-Casinobesitzer ist schließlich auch nicht ohne und verlangt ihm einiges ab. Als er jedoch von anderen Casinobesitzern bedroht wird, ist Schluss mit lustig. Crypto besinnt sich seiner alten Stärken und hat fortan nur mehr eine Mission: die Menschheit zu zerstören!
Bereits zum vierten Mal versucht Crypto nun die Menschen zu unterjochen, diesmal dienen die Siebziger-Jahre als Kulisse für seinen Kreuzzug. In die hohe Kunst der Menschenjagd wird er anfangs von Pox eingeführt, um etwa zu erfahren, wie sich Menschen vaporisieren und ihre Gehirne einsammeln lassen. Ganz nett, aber auch für einen Alien nicht abendfüllend. Da macht es schon mehr Spaß in den Körper eines wehrlosen Menschen zu schlüpfen. Da die menschliche Hülle einiges an Energie abverlangt, müssen jedoch laufend andere Zweibeiner um ihr Gehirn erleichtert werden.
Zu auffällig sollte man dabei allerdings nicht vorgehen, denn sonst sind die staatlichen Ordnungsorgane schnell hinter einem her. Einem waschechten Extraterrestrischen kostet das jedoch höchstens ein müdes Lächeln. Diese Erdlinge sind doch so leicht zu manipulieren. Mit ein wenig Gedankenkraft tanzen sie sofort willenlos wie kleine Püppchen auf der Straße. Reicht das nicht aus und sind sie weiter lästig, müssen sie leiden. Dazu bekommen sie eine nette, kleine, feine Sonde verpasst, die sich schmerzhaft in den Hintern bohrt.
Das Setting in den Siebziger-Jahren, die trashige Story und die frei begehbare Welt, in der sich fast alles in Schutt und Asche legen lässt, versprechen jede Menge Spielspaß - zumal schon die beiden ersten Teile vor allem durch den abgedrehten Humor begeistern konnten. Doch leider entpuppt sich das Ganze in weiterer Folge als herbe Enttäuschung. Die linearen Missionen bieten so gut wie keine Abwechslung, wodurch die Menschenhatz mit Crypto so öde wird, dass jede Alieninvasion aus Langeweile sofort scheitern würde.
Dazu passt dann auch ganz gut, dass von gelungenem Witz keine Spur zu sehen ist, die Grafik alles andere als hübsch aussieht - Stichwort: Kantenflimmern und ein langsamer Bildaufbau - und auch die Animationen nicht immer ganz flüssig ablaufen. Die Soundkulisse gibt auch nicht viel her, so dass einem Crpyto und Pox aufgrund der Vielzahl technischer Schwächen fast schon leid tun können.
Fazit: "Destroy all Humans: Weg des Furons" hätte durchaus auch auf den NextGen-Konsolen seine Fangemeinde finden können. Leider vermiesen die mangelhafte technische Umsetzung sowie das schlechte Spieldesign schnell den letzten Rest an Motivation, die Mission von Crypto fortzusetzen. Wirklich schade, denn die Menschenhatz im Siebzigerjahre-Ambiente und das vorhandene Arsenal an außerirdischer Technologie, um die Menschheit zu piesacken, hätten wirklich Potential gehabt.
Plattform: PS3 (getestet), Xbox360
Publisher: THQ
krone.at-Wertung: 4/10
von Harald Kaplan
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