"So kann das einfach nicht weitergehen, schließlich erhält man ja auch vertrauliche Post, die niemanden etwas angeht", wettert ein Mann aus Neusiedl am See. Er fand vor wenigen Tagen, als er im strömenden Regen gerade zu seiner Wohnung unterwegs war, zwei durchnässte Pakete der Post.
"Fehler passieren eben"
Darin befanden sich die Briefe der gesamten Siedlung. "Ich brachte alles auf das Postamt in Neusiedl. Dort meinten die Beamten aber nur, dass sie nicht zuständig sind", so der Kunde empört. Auf Nachfragen der "Krone" bei der Postzentrale in Wien hieß es: "Unsere Angestellten stehen immer mehr unter Druck. Da passieren eben Fehler. Und das wird mit zunehmender Privatisierung noch schlimmer."
Fragwürdige Zustellmethoden
Wohin der Weg geht, zeigt sich bei der Paketzustellung. Denn dort haben bereits Private die Arbeit der Briefträger übernommen. Ist der Empfänger nicht zu Hause, werden die Packerln oft einfach vor den Häusern deponiert oder über die Gartenzäune geworfen. Zweite Zustellversuche sind die Seltenheit.
"Wir versuchen seit Monaten dieses Problem aufzuzeigen. Daher auch unsere Forderung nach einem Branchen-Kollektivvertrag. So würde wenigstens jeder für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten", sagt SP-Klubchef Christian Illedits.
Von Sabine Oberhauser, Kronen Zeitung
Symbolfoto
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