Di, 21. August 2018

Kampf geht weiter

28.02.2009 13:03

Halo Wars

Strategiespiele und Konsolen sind auf den ersten Blick zwei Dinge, die sich nur schwer miteinander vertragen. Dass es auch anders gehen kann, wollen jetzt die "Age of Empires"-Macher der Ensemble Studios mit "Halo Wars" für Microsofts Xbox 360 unter Beweis stellen. Basierend auf der Geschichte des legendären "Halo"-Universums, führt das Echtzeitstrategiespiel die Einheiten des United Nations Space Command, kurz UNSC, gegen die Alien-Allianz der Convenant in den Krieg.

Auslöser der Streitigkeiten ist der Fund einer mysteriösen Anlage auf dem Planeten Harvest durch die Convenant. Das UNSC-Kommando unter Captain James Gregory Cutter und dessen "Spirit of Fire" bekommen davon Wind und rücken an, um Schlimmeres zu verhindern und die Menschheit letzten Endes vor dem Untergang zu bewahren. Vorangetrieben wird die durchaus interessante Geschichte in aufwändig gerenderten Zwischensequenzen, in denen auch die unterschiedlichen Hauptcharaktere gut zur Geltung kommen.

Trotz des futuristischen Settings spielt sich "Halo Wars" recht klassisch: Gestartet werden die Mission zumeist von einer Basis aus, die je nach Ausbaustufe für bis zu sieben weitere Gebäude und vier Geschütztürme Platz bietet. Auch die Zahl der auszubildenden Einheiten ist begrenzt, und zwar auf maximal 50, wobei größere Einheiten gleich mehrere Ressourcen in Anspruch nehmen. Um sie zu versorgen, genügt es sogenannte "Supply-Pads" zu errichten, über die neuer Nachschub automatisch eingeflogen wird.

Wie gut die Einheiten ausgerüstet sind, hängt wiederum von der Anzahl der Reaktoren ab, die den Grad der Forschung bestimmt. Je mehr Reaktoren zur Verfügung stehen, umso eher lassen sich einfache Infanteristen über die Rüstkammer mit speziellen Lasern oder Flammenwerfern bewaffnen, Panzer wie der Scorpion oder die allseits beliebten Warthogs mit zusätzlicher Panzerung versehen und Lufteinheiten wie die Hornet etwa mit einem zweiten Bordschützen oder einer verbesserten Angriffsstrategie ausrüsten.

Während der Aufbau in der actionorientierten Einzelspielerkampagne und dem Zwei-Spieler-Koop-Modus noch durchaus zu vernachlässigen ist, ist ein gut ausgebautes Versorgungsnetz im Multiplayer-Part fast unumgänglich. Gespielt wird auf insgesamt 14 Karten in Teams zu je maximal drei Spielern, wobei leere Plätze im Teilnehmerfeld auch mit KI-Strategen belegt werden können. Neben den Einheiten der UNSC dürfen hierbei auch die außerirdischen Convenant befehligt werden.

Die Steuerung von Grunts, Elites, Ghosts oder den gewaltigen Scarabs-Kampfkäfern unterscheidet sich allerdings nicht von der ihrer menschlichen Gegenspieler: Per Schultertaste werden entweder alle Einheiten oder nur jene im Blickfeld markiert, während per A-Taste einzelne Trupps herausgepickt werden können. Mittels X-Button werden wiederum Marschbefehle und Angriffe erteilt, wobei alternative Feuermodi und Spezialattacken per Y ausgelöst werden. Der Einheiten- und Basisbau erfolgt bequem über aufpoppende Menüs, durch die man sich mit Hilfe der Analogsticks navigiert. Letztgenannte steuern zugleich die Kamera, die leider recht nah am Geschehen platziert wurde, was trotz eines aufgeräumten Bildschirms auf Kosten der Übersichtlichkeit geht.

Verbesserungsfähig ist, wie in diesem Genre üblich, wieder einmal die Wegfindung. Gerade in dicht besiedelten Gebieten kam es während des Tests häufiger vor, dass sich Einheiten weder vor noch zurück bewegten und konsequent jeden Befehl verweigerten. Zu Gute halten muss man den Truppen jedoch, dass sie recht brav das Feuer auf feindliche Einheiten eröffnen, sobald diese in Reichweite sind.

Von diesem Moment an darf sich das Auge an einem sowohl optisch als auch akustisch effektvollen Schlachtgetümmel erfreuen. Der Detailgrad in der höchsten Zoomstufe ist beachtlich, ist aber kein Vergleich zu den spektakulär aussehenden und auf der Xbox nach ihresgleichen suchenden Zwischensequenzen. Satte Explosionen, Schüsse und die stimmige Hintergrundmusik runden das Geschehen ab.

Fazit: "Halo Wars" erfindet das Rad zwar nicht neu, beweist dank intuitiver Steuerung aber, dass Konsole und Echtzeitstrategie sich nicht zwangsweise fremd sein müssen. Obwohl man hier und da mit den vom PC bekannten Problemchen zu kämpfen hat (Stichwort "Wegfindung"), bietet der optische opulente Titel allen Fans der Shooter-Serie eine willkommene Gelegenheit, tiefer in das "Halo"-Universum einzutauchen und im Spiel mit Freunden, off- wie online, ihr taktisches Geschick unter Beweis zu stellen.

Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
krone.at-Wertung: 8/10


von Sebastian Räuchle

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